Chart der Woche

Quelle: Twitter, SentimenTrader, @sentimentrader, 07.09.2022

Der Chart zeigt, wie viel institutionelle Anleger ihre Marktpositionen absichern, da sie mit sinkenden Märkten rechnen. Die Höhe der Absicherungen übertrifft alle diejenige in allen Krisen der letzten 20 Jahre.

Warum das wichtig ist

Die Börse steigt, wenn mehr Leute Aktien kaufen als verkaufen, und sie sinkt, wenn mehr verkaufen als kaufen. Wenn alle Anleger negativ eingestellt sind und ihre Aktien entweder verkauft oder abgesichert haben, dann verkauft keiner mehr. Es reichen wenige Käufe und die Börse steigt wieder. Ein Crash kommt nur vor, wenn sehr viele Anleger gleichzeitig verkaufen. Ein Crash erscheint daher aktuell sehr unwahrscheinlich.

Den gleichen Zusammenhang bestätigt auch der Gier/Angst Index. Die Anlegerstimmung war vorletzte Woche noch sehr negativ und hat sich letzte Woche etwas verbessert.

Quelle: Isabelnet, 08.09.2022

Die Grafik zeigt den Gier/Angst-Index seit 2006 an. Gleichzeitig ist der Indexstand des amerikanischen Aktienmarktes (S&P 500) abgebildet. Immer wenn die Werte tief unten im grünen Bereich waren, kam es zu einer Trendwende. Darum erscheint uns auch ein grösserer Einbruch eher unwahrscheinlich.

In den Obligationenmärkten sieht es aktuell sehr ähnlich aus.

Quelle: Isabelnet, 10.09.2022

Die Grafik zeigt den Swap Spread bei deutschen Staatsanleihen von zwei Jahren. Der Swap Spread bezeichnet den Aufschlag der Swap Rate auf die risikolose Rendite einer Staatsanleihe. Damit gilt der Swap Spread in entwickelten Volkswirtschaften als typischer Indikator für das vorherrschende Marktrisiko.

Die Anleger beurteilen aktuell die Risiken höher als 2011 in der Eurokrise oder 2008 in der Finanzmarktkrise. Aus unserer Sicht sind die Ängste übertrieben.

Aktuell muss man aber hinzufügen, dass der Krieg in der Ukraine immer das Potenzial hat weitere Schockwellen durch die Märkte zu senden.

US-Wahlen

Bei den aktuellen Problemen in Europa geht fast vergessen, dass wir uns in den USA in einem Zwischenwahljahr befinden.

Quelle: Isabelnet, 08.09.2022

Die Grafik zeigt den durchschnittlichen Verlauf des US-Aktienmarktes (S&P 500) in einem Wahljahr oder Zwischenwahljahr (blaue Linie) und in einem Nichtwahljahr (schwarze Linie). Die rote senkrechte Linie zeigt das Wahldatum von diesem Jahr.

In einem Wahljahr und auch Zwischenwahljahr war historisch gesehen die Rendite immer tief. Meist kam es Ende September zu einem stärkeren Anstieg.

Noch vor einigen Monaten war klar, dass die Republikaner den Senat und das Repräsentantenhaus gewinnen. Es ist das übliche Resultat in den Zwischenwahlen, dass die Partei gewinnt, die nicht den Präsidenten stellt.

Umschwung bei Technologieaktien

Die Technologieaktien sind seit letztem November unter Druck, als die Zinsen auf breiter Front angestiegen sind. Da viele Wachstumsfirmen mehrheitlich mit Krediten finanziert sind, um schnell zu wachsen, erhöhen die Zinsen die Kosten massiv. Firmen, die nach der Gründung noch nie Gewinn gemacht haben, trifft es besonders schwer.In den letzten Wochen haben viele Technologieaktien eine beachtliche Erholung gezeigt. Die Frage ist, ob diese Erholung weiter geht.

Quelle: Isabelnet, 08.09.2022

Die Grafik zeigt die relative Out-Performance von Wachstumsaktien (Growth) gegenüber dem Gesamtmarkt (S&P 500). Die Out-Performance hat fast am gleichen Punkt gedreht wie 2000, als die Technologieblase geplatzt ist (rote Linie oben in der Grafik). Bei der Anwendung der technischen Marktanalyse, die darauf abzielt sich wiederholende massenpsychologische Verhaltensmuster am Kursverlauf zu erkennen, lässt sich eine Schulter-Kopf-Schulter Struktur erkennen. Dieses Signal ist eines der verlässlichsten Trendumkehrsignale in der technischen Analyse.

Neben dem oben beschriebenen fundamentalen Rückenwind für Technologieaktien kommen nun die Anhänger der technischen Analyse, die auch auf ein Sinken von Technologieaktien setzten werden, hinzu. Gerade bei der technischen Analyse handelt es sich aber um keine exakte Wissenschaft. Sie hilft aber dabei, die Wahrscheinlichkeiten für zukünftige Kursbewegungen besser abzuschätzen. Es ist wie in einem Pokerspiel, wo bei jeder neuen Karte, die auf den Tisch gelegt wird, die Spieler ihre Wahrscheinlichkeiten neu bewerten. Der Spieler, der die Wachstumsaktien vertritt hat jetzt gerade das schlechtere Blatt, hat aber das Spiel noch nicht verloren.

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