Gemischte erste Quartalszahlen; Inflation und die wachsende Sorge vor einer Fehlentscheidung der US-Notenbank halten die Bullen im Zaum

Chart der Woche

Quelle: Isabelnet, 13.10.2021

Der Chart zeigt die Preisentwicklung des S&P 500 Index auf, im Vergleich zu der Gewinnentwicklung (Earnings per Share - EPS: Gewinn pro Aktie).

Warum das wichtig ist:

Der Preis einer Aktie wird berechnet indem man alle zukünftigen Gewinne mit der erwarteten Inflationsrate ab-diskontiert. Politische Krisen kommen und gehen, aber der entscheidende Einfluss auf die Aktienpreise sind die Firmengewinne. In den letzten 1.5 Jahren lag der Index meist über der Linie der erwarteten Gewinne. Dies widerspiegelt die Hoffnung auf positive Überraschungen bei den Gewinnpublikationen. Aktuell sind die meisten Marktteilnehmer aber pessimistisch und rechnen eher mit Enttäuschungen. Falls die nun in den nächsten Wochen publizierten Gewinnzahlen und Gewinnaussichten doch nicht so schlecht ausfallen, könnte dies die Basis für eine starke Aufwärtsbewegung bis Weihnachten sein (Weihnachtsrallye).

Gemischte erste Quartalszahlen

Die publizierten ersten Gewinnzahlen für das dritte Quartal 2021 zeigen ein gemischtes Bild. Die Banken (BlackRock und JPM) oder SAP konnten bisher überzeugen. Die Fluggesellschaften (Delta) und die Kreditkartengesellschaften enttäuschen.

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 12.10.2021, Zeitstempel: 8.13

Die Grafik zeigt die Veränderung des Citibank Economic Surprise Index in den USA, Europa und China in diesem Jahr. Der CESI ist ein viel beachteter Index. In der Vergangenheit hat er sehr oft die wirtschaftliche Entwicklung sehr gut vorausgesagt. Ein Wert von über Null zeigt aus, dass die Marktteilnehmer mit positiven Überraschungen bei der Publikation von Wirtschafts- und Firmenzahlen rechnen. Aktuell rechnen die meisten Marktteilnehmer mit negativen Überraschungen. In der Vergangenheit war dies meist ein guter Kaufzeitpunkt.

Inflation und die wachsende Sorge vor einer Fehlentscheidung der US-Notenbank halten die Bullen in Zaum

Quelle: Twitter: Liz Ann Sonders (CIO von Charles Schwaab), @LizAnnSonders, 13.10.2021

Die Grafik zeigt den vom Broker Charles Schwab in den USA berechneten Stimmungsindikator. Der Indikator wird als Konterindikator eingesetzt. Das heisst ein hoher Wert, der Euphorie aufzeigt, wird zum Verkaufen genutzt. In den letzten Wochen hat sich die Euphorie stark abgekühlt.

Das lag vor allem daran, dass viele Marktteilnehmer mittlerweile von noch zwei Leitzinserhöhungen der US-Notenbank noch in dem Jahr ausgehen.

Quelle: Isabelnet, 13.10.2021

Der Chart zeigt mit welcher Wahrscheinlichkeit die meisten Marktteilnehmer mit zwei Leitzinserhöhungen der US-Notenbank noch in dem Jahr rechnen. Im Juli lag der Wert noch bei 30%, jetzt bei über 70%. Leitzinserhöhungen sind schlecht für die Aktienmärkte.


Die grosse Frage die sich stellt ist, ob die Notenbanken da recht liegen oder mit den Erhöhungen die noch aus der Covid-Krise geschwächte Wirtschaft aus-bremsen und es zu einer Rezession kommt.

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 12.10.2021, Zeitstempel: 8.42

Die US-Bank JP Morgan hat berechnet, dass die Inflation (blaue und gestrichelte Linie) selbst dann wieder sinken wird, wenn der Ölpreis noch auf USD 100 steigt und auf diesem hohen Wert verharrt. Dies deutet darauf hin, dass die Notenbank in diesem Jahr zu forsch die Wirtschaft bremsen könnte.

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