Wenn Sie kein risikofreudiger Anleger sind, ist es wichtig zu wissen, wie Sie Ihr Geld anlegen können. Hier ist unser Leitfaden mit den besten risikoarmen Anlagen.

Generell gilt: Je höher die erwartete Rendite einer Anlage ist, desto größer ist das Risiko, das ein Anleger eingehen muss - ohne Risiko keine Rendite. Es stimmt zwar, dass einige der risikoreichsten Anlagen wie Aktien aus Börsengängen (IPO) oder hochverzinsliche Anleihen das Potenzial haben, erstaunliche Renditen zu bieten, aber konservative Anleger verzichten lieber aufn die möglichen "großen" Renditen, um Kapitalverluste zu vermeiden. 

Hier kommen die risikoarmen Anlagen ins Spiel. Welche Anlagen gelten also als risikoarm? Gibt es Anlagen, die mit keinerlei Risiken verbunden sind? Und gibt es verschiedene Arten von Risiken, auf die man achten sollte? Im Folgenden gehen wir auf alles ein.  

Welches sind die besten risikoarmen Anlagen? 

Wenn Sie ein konservativer Anleger mit geringer Risikobereitschaft sind, werden Sie natürlich mehr Wert auf die Erhaltung des Kapitals und weniger auf Wachstum oder Marktrenditen legen wollen. In diesem Fall können defensive Anlagen eine gute Option sein. Sie gelten als risikoärmer und zielen darauf ab, Anlegern ein gewisses passives Einkommen zu verschaffen und gleichzeitig das investierte Kapital zu schützen. Defensive Anlagen bestehen in der Regel aus Schuldtiteln wie Anleihen, Bargeld und festverzinslichen Anlagen. Aktien (d. h. Anteile an einem Unternehmen) und alternative Anlagen fallen in die Kategorie der Wachstumsanlagen (engl. Growth Investments). Es sei darauf hingewiesen, dass Wachstumsinvestitionen mit höheren Risiken verbunden sind, aber auch eine höhere Rendite abwerfen können.

Hochverzinsliche Sparkonten

Ok, hochverzinsliche Sparkonten sind technisch gesehen keine Investition. Es handelt sich um Sparkonten, die Ihnen (dem Kontoinhaber) einen höheren monatlichen Zinssatz zahlen (im Vergleich zu anderen Transaktionskonten), wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Dazu gehören in der Regel monatliche Mindesteinzahlungen und eine Begrenzung der Abhebungen vom Konto. Hochverzinsliche Sparkonten sind praktisch zu 100 % risikofrei (es handelt sich um ein Bankkonto) und können im Laufe der Zeit kleine, stetige Renditen bieten. Denken Sie aber daran, dass die Zinssätze auf hochverzinslichen Sparkonten variabel sind, d. h. sie steigen oder fallen mit dem Markt. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich nach Angeboten umsehen, die Ihnen möglichst hohe Zinssätze und niedrige Kontogebühren bieten, um solche Schwankungen auszugleichen. Sollte die Bank in Konkurs gehen, sind normalerweise 100'000 Euro durch den Staat geschützt. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie diesen Betrag also nicht überschreiten oder, wenn Sie mehr Geld haben, dieses auf mehrere Banken verteilen. 

Einlagenzertifikate

Einlagenzertifikate (engl.: CDs = Certificates of Deposits), auch bekannt als Termineinlagen, sind Sparkonten, die einen festen Zinssatz für einen festen Geldbetrag und für einen festen Zeitraum zahlen. Dieser Zeitraum kann sechs Monate, ein Jahr, fünf Jahre oder sogar 10 Jahre betragen. Einer der größten Nachteile ist, dass Sie, wenn Sie Ihr Geld vor dem Fälligkeitsdatum abheben, möglicherweise Gebühren für die vorzeitige Abhebung zahlen müssen und nicht den vollen Zinssatz erhalten. 

Dennoch gelten Einlagenzertifikate als eine der sichersten Anlagemöglichkeiten, da die Bank Ihnen Zinsen dafür zahlt, dass Sie Ihr Geld auf dem Konto belassen und es nicht anfassen. Wenn Sie Ihr Einlagenzertifikat nach dem Fälligkeitsdatum einlösen möchten, erhalten Sie 100 % Ihres Geldes zurück, zuzüglich der Zinsen, die Sie während der festen Laufzeit verdient haben. Leider hinken die Zinssätze für Einlagenzertifikate in der Regel der Inflation hinterher, so dass die Gefahr besteht, dass Ihr Geld im Laufe der Zeit an Kaufkraft verliert, da Ihre Zinsgewinne durch die Inflation zunichte gemacht werden. Einlagenzertifikate sind mit unterschiedlichen Laufzeiten und Renditen bei verschiedenen Banken und Kreditgenossenschaften erhältlich. Denken Sie auch an das so genannte Kontrahentenrisiko (engl.: counterparty risk). Wenn die Bank (in diesem Fall Ihre Gegenpartei) in Konkurs geht, erhalten Sie kein Geld zurück. Anders verhält es sich, wenn Sie in einen börsengehandelten Fonds investieren, da dieser sich aus separate Einheiten zusammensetzt.

Staatsanleihen 

Staatsanleihen (engl. Government Bonds), auch bekannt als Schatzanleihen (engl. Sovereign or Treasury Bonds), sind mittel- oder langfristige Schuldverschreibungen, die während der Laufzeit des Wertpapiers regelmäßige Zinszahlungen (auch Kuponzahlungen genannt) leisten. Mit anderen Worten: Staatsanleihen sind ein Darlehen von Ihnen an den Staat. Der Staat schuldet Ihnen also etwas und zahlt Ihnen nach Ablauf der Laufzeit Ihre ursprüngliche Investition (das Darlehen) sowie die Zinsen zurück. Staatsanleihen werden von nationalen Regierungen ausgegeben, um Staatsausgaben zu unterstützen oder Haushaltsdefizite zu finanzieren. 

Es ist erwähnenswert, dass Staatsanleihen von großen Industrieländern wie den USA oder europäischen Ländern eine niedrigere Rendite haben, weil das Risiko eines Zahlungsausfalls so gering ist - Regierungen kommen selten, wenn überhaupt, mit ihren Krediten in Verzug. Denken Sie auch daran, dass die Zinssätze von Staatsanleihen für die gesamte Laufzeit festgeschrieben sind. Wenn also die Zinssätze steigen, könnten Sie auf einer Anleihe sitzen bleiben, die einen Zinssatz unter dem Marktwert zahlt. Wenn Sie den Fonds nicht bis zur Fälligkeit halten, können Sie Kapitalverluste erleiden.

Unternehmensanleihen

Unternehmensanleihen (engl. Corporate Bonds) sind ebenfalls Schuldverschreibungen, die von Privatunternehmen und gewinnorientierten Organisationen ausgegeben werden, um Kapital zur Finanzierung von Wachstum, Betrieb, Projekten usw. zu beschaffen. Unternehmensanleihen sind ein Darlehen von Ihnen an ein Unternehmen, ohne dass Eigenkapital oder Aktien beteiligt sind. Unternehmensanleihen werden regelmäßig verzinst und bieten den Anlegern ein festes passives Einkommen über die Laufzeit der Anleihe. Der Hauptvorteil von Anleihen besteht darin, dass Sie genau wissen, was Sie bekommen, obwohl Ihr Renditepotenzial durch den Zinssatz begrenzt ist. 

Unternehmensanleihen gelten als "risikoreicher" als Staatsanleihen, weil a) Regierungen weniger Gefahr laufen, in Konkurs zu gehen, und b) sie Steuern erheben können, um Zinsen zu zahlen. Unternehmensanleihen gleichen dieses zusätzliche Risiko durch höhere Zinssätze aus. Denken Sie daran, dass Anleihen nicht gegen Kursschwankungen immun sind. Die Kurse von Anleihen können manchmal fallen, wenn die Zinssätze steigen oder wenn der Emittent ein negatives Kreditereignis erlebt. Konzentrieren Sie sich auf Investment-Grade-Anleihen mit einer Rating-Qualität von AAA, bei denen das Risiko, dass das Unternehmen in Konkurs geht und das Geld nicht zurückzahlen kann, unter 1 % liegt. 

Dividendentitel

Dividendenaktien sind eine weitere risikoarme und verlässliche Anlage, die meist von etablierten Unternehmen ausgegeben werden, die nachweislich Gewinne an ihre Aktionäre ausschütten. Dividendeninvestitionen bedeuten den Kauf von Aktien von Unternehmen, die regelmäßig Dividenden ausschütten. Dividenden sind Teile der Gewinne eines Unternehmens, die in der Regel vierteljährlich an die Aktionäre ausgezahlt werden. Dies ist eine großartige Möglichkeit, passives Einkommen zu erzielen und von Kapitalgewinnen durch langfristige Marktwertsteigerungen zu profitieren. 

Dividendenaktien sind mit weniger Risiken verbunden als reguläre Aktien und sind eine attraktive Option für konservative Anleger, da Dividendenzahlungen Verluste ausgleichen können, wenn die Aktienkurse fallen. Über Investmentfonds und börsengehandelte Fonds (engl. ETFs = Exchange Traded Funds) können Sie außerdem eine gute Diversifizierung der Dividenden erzielen. Dividendenaktien können im Ruhestand eine stetige Einkommensquelle darstellen. 

CREATIV 


Welches sind die verschiedenen Investitionsrisiken?

Das Verständnis von Anlagerisiken kann Ihnen als Anleger helfen, auf der Grundlage Ihrer Risikobereitschaft und Ihrer langfristigen finanziellen Ziele zu entscheiden, in welche Anlagen Sie investieren und von welchen Sie die Finger lassen sollten. Das Anlagerisiko kann einfach als die Möglichkeit definiert werden, das von Ihnen angelegte Geld zu verlieren. Dies kann aus einer Vielzahl von Gründen geschehen, z. B. wenn Ihre Anlage aufgrund von Inflation oder Marktschwankungen an Wert verliert oder sich nicht so gut entwickelt wie erwartet. 

Zu den Risiken, die den Wert Ihrer Investitionen beeinträchtigen können, gehören:

  • Zinsrisiko: Zinsänderungen können die Kaufkraft Ihres angelegten Geldes verringern und gleichzeitig Ihre Rendite schmälern. Dies kann bei festverzinslichen Anlagen der Fall sein.
  • Marktrisiko: Wirtschafts- und Marktveränderungen sowie verschiedene geopolitische Ereignisse können dazu führen, dass der Wert Ihrer Anlagen sinkt. 
  • Branchenrisiko: Branchenspezifische Ereignisse und Nachrichten können sich auf bestimmte Sektoren (z. B. Bergbau, Finanzen usw.) auswirken und den Wert Ihrer Anlagen beeinflussen. 
  • Liquiditätsrisiko: Wenn Sie Ihre Anlage nicht verkaufen und Ihr Geld nicht auszahlen lassen können, ohne Kapitalverluste zu riskieren. 
  • Kreditrisiko: Wenn ein Unternehmen oder eine Regierung ihre Schulden (bei Ihnen) nicht begleichen kann.
  • Inflationsrisiko: Wenn der Wert Ihrer Anlagen nicht mit der Inflation Schritt hält oder über diese hinaus steigt.
  • Währungsrisiko: Wenn sich die Wechselkurse auf den Wert Ihrer Anlagen im Ausland auswirken, unabhängig davon, ob Sie in ein Unternehmen investiert haben, das im Ausland tätig ist, oder ob Sie Anlagen in Fremdwährung haben.

Was ist die sicherste Form der Geldanlage?

Geldanlagen wie z. B. hochverzinsliche Sparkonten und Einlagenzertifikate gelten als die sicherste Anlageform, da Sie Ihr Kapital am Ende der Laufzeit immer zurückerhalten, zusammen mit den (wenn auch geringen) festen Zinsen, die Sie in dieser Zeit verdient haben. Bankinstitute garantieren auch Festgelder und Sparguthaben bis zu einem bestimmten Betrag. Bargeldanlagen gleichen jedoch die Inflation nicht aus, d. h. Sie gewinnen zwar einen Dollar, verlieren aber an Kaufkraft. Die Inflation ist die Rate, mit der die Preise in der Wirtschaft steigen, was einen Rückgang der Kaufkraft des Geldes widerspiegelt. Bei Anleihen und Aktien ist es viel wahrscheinlicher, dass sie die Inflation auf lange Sicht übertreffen.

Gibt es Investitionen, die frei von Risiken sind?

Eine risikofreie Anlage gibt es nicht - selbst Anlagen, die Ihnen eine Kapitalrückzahlung garantieren, sind mit einem, wenn auch deutlich reduzierten, Risiko verbunden. Denken Sie daran, dass Anlagen mit geringem Risiko immer nur geringere Renditen bringen, während Anlagen mit mittlerem Risiko von höheren Renditen profitieren können. Ein weiterer Nachteil von risikoarmen Anlagen ist die Inflation. Sie kann die Kaufkraft des Geldes (den realen Wert des Geldes) verringern, was bedeutet, dass das Geld, das Sie investiert haben, heute möglicherweise nicht mehr so viel wert ist wie zum Zeitpunkt Ihrer ursprünglichen Investition.


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