Steht Bitcoin vor der nächsten grossen Rallye?

Chart der Woche

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 08.04.2022, Zeitspempel: 05.44.

Die Grafik zeigt den weltweiten Lebensmittelpreisindex an, der von der UN berechnet wird. Durch den Krieg in der Ukraine sind die Lebensmittepreise stark angestiegen und bereits wieder auf dem Stand, auf dem es 2011 zu massiven Unruhen und politischen Umstürzen im arabischen Raum kam.


Warum das wichtig ist

Stark ansteigende Lebensmittelpreise führen oft zu massiver Unzufriedenheit in den Schwellenländern. Dies zeigte sich 2011 als die Proteste wegen hohen Lebensmittelpreise zu weltweiten Unruhen führten.

Quelle: Isabelnet, 16.04.2022.

Die Grafik zeigt den Verlauf der Weizenpreise seit 1929 an. Die Ukraine gilt als Kornkammer Europas. Durch den Krieg wurden viele Anbaufelder zerstört. Auch nach einem Teilabzug der russischen Truppen aus dem Westen der Ukraine, bleiben viele Felder vermint und ein Anbau ist nur beschränkt möglich. Ein Rückgang der Weizenpreise ist also auch bei einem Ende des Krieges nicht sofort zu erwarten. Es dürfte bis Ende Jahr dauern, bis sich die Lage normalisiert.

Die nachhaltend hohen Lebensmittelpreise haben das Potential, zu politischen Unruhen zu führen.

Ukraine-Krieg: Szenarioanalyse

Der Krieg in der Ukraine dauert nun schon 1.5 Monate. Wie lange wird er noch dauern und was sind die Auswirkungen auf die Finanzmärkte? Wir sehen vier mögliche Szenarien.


Krieg ended am 9 Mai. 2022

Am 9. Mai wird der russische Präsident wie in jedem Jahr am „Tag des Sieges“ die Militärparade auf dem Roten Platz abnehmen und eine Rede halten. Dieser Tag erinnert an den Sieg der sowjetischen Armee über das nationalsozialistische Deutschland im Zweiten Weltkrieg.
Die Verkündigung eines Sieges in der Ukraine würde gut zu dem Anlass passen. Wir denken, dass Russland bis zu dem Zeitpunkt zu wenig zusätzliches Land erobert hat um den Krieg als Sieg darzustellen.
Wahrscheinlichkeit: 10%


Krieg endet in 3 Monaten im Juni 2022:
Militärexperten erachten es als realistisch, dass Russland 3 Monate braucht, um den Osten und Süden unter seine Kontrolle zu bringen. Sollte dabei auch noch Odessa fallen, wäre dies ein Bonus. Putin könnte den Krieg locker als Sieg darstellen und viele zusätzliche Gebiete wären unter seiner Kontrolle.

Die ursprüngliche Kriegszeile, die Armee der Ukraine zu vernichten, Die Ukraine zu entnazifizieren und die Regierung abzusetzen wären aber nicht erreicht. In dem Zusammenhang ist die Eroberung von Mariupol wichtig bzw. den Sieg gegen das Asow-Bataillon. Das Asow-Bataillon ist ein Zusammenzug rechtsnationaler Milizeinheiten, denen ab 2014 viele Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen angelastet werden. Diese Taten bilden die Basis für die Propaganda Russlands, die Ukraine befreien zu wollen. Fällt diese Einheit, könnte dies von Russland als Sieg und Erfüllung des Kriegszieles angesehen werden.
Wahrscheinlichkeit: 50%


Krieg endet in 6 Monaten im September 2022:

Die grosse Frage ist wo Putin seinen Eroberungsfeldzug stoppt. Wenn er den Osten und Süden nachhaltig unter seiner Kontrolle hat, könnte er versucht sein, aus der Stärke doch noch die ursprünglichen Kriegsziele zu erreichen und doch noch die ganze Ukraine zu erobern.

Das ist besonders problematisch, da dann der Westen die Ukraine unter die gleichen Sanktionen stellen müsste wie Russland, um eine Umgehung der Sanktionen zu verhindern. Die Rückkehr der Flüchtlinge aus der Ukraine wäre über Jahre nicht mehr möglich.
Wahrscheinlichkeit: 35%


Krieg Russland gegen die gesamte NATO
Putin hätte bereits jetzt, aufgrund der umfangreichen Waffenlieferungen, genügend Gründe, um den Krieg auf die ganze Nato auszuweiten. Das hätte verheerende Auswirkungen auf Europa, aber auch auf Russland.
Wir glauben nicht an eine solche Eskalation, aber eine Verknüpfung verschiedener Missgeschicke der politischen Führungen in den Nato-Ländern, auch in Russland, kann dazu führen.
Wahrscheinlichkeit: 5%


Auswirkungen auf die Wirtschaft und Finanzmärkte
Wir beschränken uns vorerst auf die Analyse unseres Hauptszenarios, dem Ende des Krieges in 3 Monaten.
Die russische Wirtschaft ist eigentlich nur über den Energiebereich (Öl und Gas) sowie Rohstoffe (Nickel, Palladium, Kupfer) mit der Wirtschaft in Europa und den USA verknüpft.
Die Öl- und Gaspreise sind nach den ersten Covid-Lockdowns im März 2020 sehr stark eingebrochen und haben sich aber danach im Preis bereits verdoppelt. Dieser enorme Basiseffekt hat sich stark auf die Inflation in den USA und Europa ausgewirkt. Nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine haben die Preise erneut zugelegt. Dieser Anstieg wurde aber durch die Freigabe der Notlager bereits gestoppt.

Wir erwarten hier, dass das Schlimmste bereits vorüber ist. Die Inflation dürfte darum aktuell auch ihre Höchstwerte erreicht haben.

Eine grosse Auswirkung könnte der Verzicht von Europa für alle russischen Energielieferungen haben. Aktuell ist aber zu erwarten, dass Europa diesen Schritt nur gehen wird, wenn Alternativquellen vorhanden sind. Diese könnten aus dem Iran oder Venezuela kommen.

Ein Frieden nach drei Monaten wird nur zustande kommen, wenn auch der Westen eingebunden wird. Es wird eine entmilitarisierte Zone brauchen, die von der UNO kontrolliert wird und einige der Sanktionen gegen Russland werden aufgehoben werden müssen. Das ist aktuell nicht populär, aber nur so wird ein nachhaltiger Frieden möglich sein. Auf die Finanzmärkte hätte dies einen beruhigenden Effekt.

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 12.04.2022, Zeitspempel: 10.00.

Die Grafik zeigt eine monatliche Umfrage der Bank of America, bei den grössten weltweiten Vermögensverwaltern, wo sie die grossen Risiken sehen. Bemerkenswert ist der Rückgang der Sorgen im Ukrainekrieg und untermauert unsere Szenarioanalyse. Börsentechnisch scheint der Krieg bereits vorüber zu sein und die Finanzmärkte konzentrieren sich wieder auf das mittel- und langfristige Wirtschaftsbild mit stetig steigenden Zinsen. Demgegenüber steigt die Angst vor einer weltweiten Rezession und dass die Notenbanken die Zinsen zu stark ansteigen lassen.

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 12.04.2022, Zeitspempel: 08.50.

Die Grafik stammt aus der gleichen oben zitierten Umfrage der Bank of America. Die Mehrheit der grössten Vermögensverwalter rechnet mit tieferen Inflationszahlen für die nächsten Monate. Auch dies untermauert unsere Szenarioanalyse.

Steht Bitcoin vor der nächsten grossen Rallye?

Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine konnte der Bitcoin um 5% an Wert zulegen. Zeitweise betrug der Anstieg sogar 25%, aber die aktuell laufende Regulierungsdiskussion in den USA und vor allem Europa hat zu einer Korrektur geführt. Nun mehren sich die Zeichen, dass der Bitcoin zu einer neuen Aufwärtsbewegung starten könnte.

Quelle: Twitter, ecoinometrics, 16.04.2022.

Die Grafik zeigt an, wie sich die einzelnen Anlagegruppen verhalten. Entscheidend für einen Anstieg ist, dass die ganz grossen Anleger, die sogenannten Wale beginnen zu kaufen (rote Punkte). Dies war im November 2020, August 2021 und Februar 2021 die Basis für einen Kursanstieg (schwarzer Kreis im Chart). Wir sehen seit zwei Wochen, dass die Wale wieder kaufen.

Das Risiko ist aber nach wie vor hoch. Eine Gruppe von Abgeordneten im europäischen Parlament konnten in der vorberatenden Kommission eine Bestimmung in das Gesetz bringen, dass private Wallets aus Geldwäschereigründen verbieten würde. Hintergrund sind die EU-Regulierungsentwürfe Markets in Crypto Assets  (MiCA) und die Transfer of Funds Regulation (TFR), die die Krypto-Szene heftig kritisiert. Ein Verbot von private Wallets käme faktisch einem Verbot des Bitcoins in Europa gleich. Es ist zu hoffen, dass sich das Parlament hier noch weiterbildet und erkennt was eine solche Bestimmung anrichten würde. Ein offener Brief der Krypto-Szene in Europa an alle Entscheidungsträger im Parlament wird hoffentlich Gehör finden.

Vor einem Monat versuchte bereits eine Minderheit der Kommission einen Artikel aufzunehmen der nur nachhaltige Kryptowährungen erlaubt hätte. Da Bitcoin mit dem Proove-of-Stake Mechanismus arbeitet, der sehr viel Energie braucht, wäre das ein Verbot des Bitcoins und aller Kryptowährungen die auf dem gleichen System basieren gewesen. Andere Cryptowährungen wären aber davon nicht betroffen gewesen. Dieser Gesetzesartikel konnte bereits erfolgreich abgewehrt werden.

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