Der Ölpreis kehrt vorübergehend auf das Niveau des Vorkriegs zurück

March 21, 2022
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Martin Bürki

Chart der Woche

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 15.03.2022, Zeitstempel: 6.09

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Ölpreise der letzten 12 Monate. Nach einem sehr starken Anstieg zu Beginn der Krise in der Ukraine ist der Preis wieder gefallen. Mit 22,3% hat ein Wochenende die höchste Rendite seit der Ölpreismessung.

Warum ist das wichtig?


Die größte Auswirkung des Krieges in der Ukraine auf die Weltwirtschaft ist der starke Anstieg der Energiepreise. Die Preisbewegung drohte, die gesamte Weltwirtschaft in eine Rezession zustürzen. Eine Rückkehr der Ölpreise auf ein normales Niveau sorgt für eine Beruhigung und verringert das Risiko einer Rezession.
Aktuell sind jedoch immer mehr Stimmen zu hören, die fordern, dass die Sanktionen gegenüber Russland auf den Energiesektor ausgeweitet werden müssen. Es ist schwer nachvollziehbar, warum die Europäische Union harte Sanktionen gegen Russland ergreift, aber seit Beginn des Krieges überweist ihr Russland 660 Millionen US-Dollar für Öl- und Gaslieferungen. Schätzungen zufolge kostet Russland der Krieg 1 Mrd. USD pro Tag. Mehr als die Hälfte davon wird durch direkte Zahlungen der EU finanziert.


Kommt eine Rezession, oder sehen wir übertriebene Angst?

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 14.03.2022, Zeitstempel: 7.58


Die Grafik zeigt die Prognose der Bank JP Morgan für die Inflation (CPI) und das Bruttosozialprodukt (BIP) für die nächsten beiden Quartale. Die Veränderung zum Vormonat befindet sich, wie im roten Bereich zu sehen, direkt darüber angegeben. Die Inflationsprognose liegt weiterhin auf einem hohen Niveau, das Wachstum hingegen deutlich im negativen Bereich. Nach der offiziellen Definition gelten zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Wachstum als Rezession. Eine der größten Banken der USA rechnet also noch in diesem Jahr mit einer Rezession.

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 14.03.2022, Zeitstempel: 11.16


Die Grafik zeigt, wie sich der US-Aktienmarkt seit 1950 nach einer 10-prozentigen Korrektur entwickelt hat, unterschieden danach, ob es zu einer Rezession kam (grau) oder nicht (schwarz). In Blau ist der aktuelle Verlauf der US-Märkte eingezeichnet. Es ist klar ersichtlich, dass die Märkte selbst dann zu stark reagiert haben, wenn es zu keiner Rezession kam. Auch in der vergangenen Woche haben wir die starke Abwärtsbewegung der Märkte erlebt, die bereits vor Kriegsbeginn eingesetzt hatte.

Die Überwindung der negativen Kursbewegungen zeigt sich jedoch nicht nur auf der Aktienseite, sondern auch im Anleihebereich.

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 14.03.2022, Zeitstempel: 9.24


Wenn die Wirtschaft gut läuft, sind die kurzfristigen Zinsen tiefer als die langfristigen Zinsen. Man spricht von einer positiven Zinskurve. In einer Rezession sind die kurzfristigen Zinsen oft höher als die langfristigen Zinsen. Man spricht dann von einer inversen Zinskurve. Bewegt sich die Wirtschaft von einer Hochkonjunktur in eine Rezession, verschiebt sich die Zinskurve von einer positiven in eine negative Richtung. Man spricht dabei im ersten Schritt von einer Verflachung der Zinskurve. Die obige Grafik zeigt genau diesen Prozess. Sie zeigt, wie stark sich die Zinskurve in den 100 Tagen vor der ersten Zinserhöhung normalerweise abflacht (grüne Linie) und wie die aktuelle Marktbewegung (violette Linie) einzuordnen ist. Die aktuelle Abflachung der Zinskurve ist ein deutlicher Beleg für das typische Verhalten der Anleihemärkte. Auch hier bietet sich für einen rationalen Investor die Möglichkeit, jetzt Anleihen zu kaufen.

Bei aller Euphorie über günstige Einstiegsmöglichkeiten sollte man jedoch die folgende Börsenweisheit in Erinnerung rufen: „Fang niemals ein fallendes Messer." Ein herunterfallendes Messer sollte man nicht im Flug auffangen, sondern warten, bis es am Boden liegt und man es gefahrlos aufheben kann. Das Messer ist aktuell wohl immer noch in der Luft. Eine erste Tranche kann man bereits jetzt investieren, aber für ein vollständiges Engagement ist es wohl noch etwas zu früh.


Die folgende Grafik untermauert diese Vermutung:

Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 15.03.2022, Zeitstempel: 15.00

Die Grafik zeigt die Ergebnisse einer Umfrage der Bank of America durch alle großen institutionellen Anleger. Der negative Wirtschaftsausblick (hellblaue Linie) ist immer noch negativ als nach dem Covid-Schock und fast so negativ wie nach dem Zusammenbruch der Bank Lehman Brothers, was die Finanzkrise ausgelöst hat.
Gleichzeitig ist aber auch ersichtlich, dass die Gewichtung der Aktien nach wie vor hoch ist (dunkelblaue Linie) und nicht mit der negativen Einstellung zur Wirtschaftsentwicklung zusammenfällt. Das sind in den nächsten Wochen. Die Wochen sollten etwas weniger negativ sein, aber nach einer ersten Erholung sind sie nicht ohne weitere Aktienverkäufe durch große institutionelle Anleger.

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