Vermögensverwaltung in der Schweiz

Nachlassplanung in Davos: Ein Leitfaden für Familien

August 2, 2020
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Sophie Steinmann
Nachlassplanung in Davos: Ein Leitfaden für Familien

Wenn Sie Vermögenswerte in oder um Davos halten, ist es sinnvoll, jetzt mit einer modularen Nachlassplanung zu beginnen: Bestimmen Sie einen Willensvollstrecker, überprüfen Sie Ihr Testament oder Ihren Erbvertrag und vereinbaren Sie innerhalb der nächsten Wochen einen gemeinsamen Termin mit einem Notar und Ihrem Vermögensverwalter.

Das ist die direkte Antwort. Hier ist der kurze Fahrplan für die Umsetzung:

  • Bestimmen Sie einen Willensvollstrecker, damit kein einzelner Erbe später Entscheidungen zum Nachlass blockieren kann.
  • Überprüfen Sie Ihr Testament oder Ihren Erbvertrag, insbesondere wenn diese vor Januar 2023 erstellt wurden, als sich die Regeln zu den Pflichtteilen änderten.
  • Entscheiden Sie, ob Philanthropie Teil des Plans sein soll, und wenn ja, welches Instrument zu Ihren Zielen passt.

Bringen Sie zu Ihrem ersten Treffen eine einfache Frage mit: „Was ist angesichts unserer Familienstruktur und etwaiger grenzüberschreitender Verbindungen derzeit frei verfügbar und was nicht?“ Diese eine Frage deckt meist den Großteil der noch anstehenden rechtlichen und steuerlichen Arbeit auf.

Die wichtigsten Erkenntnisse

Nachlassplanung in Davos funktioniert am besten, wenn Familien aktualisierte Rechtsdokumente mit frühzeitiger professioneller Koordination, klarer Governance und – wo relevant – einem passenden philanthropischen Instrument kombinieren.

Point Details
Review documents post-2023 Wills and inheritance contracts drafted before January 2023 may not reflect the widened freely disposable portion of the estate.
Appoint an executor early Without one, unanimous heir agreement is needed for administrative decisions, which can freeze an estate.
Match philanthropy to scale Donor-advised funds suit most families; dedicated foundations fit only substantial, permanent giving.
Start succession planning years ahead Family buyouts often take a decade or more to prepare properly, versus roughly four years for an external sale.
Coordinate advisers from day one Marmot Finance coordinates notaries, tax lawyers and investment planning together rather than in separate, disconnected conversations.

Warum Nachlassplanung in Davos wichtig ist und wann man damit beginnen sollte

Bei der Nachlassplanung geht es im Kern darum, die Kontrolle über Entscheidungen zu behalten, die andernfalls durch kantonales Recht, Familienstreitigkeiten oder schlicht schlechtes Timing für Sie getroffen werden. Für Familien mit Unternehmensvermögen oder grenzüberschreitenden Verbindungen schützt ein früher Start den Wert – Zögern ist die häufigste Ursache für späteres Bedauern.

Die Dringlichkeit ist nicht abstrakt. Eine nationale Umfrage unter Schweizer Familienunternehmen aus dem Jahr 2025 ergab, dass nur etwa 11 % einen formellen Nachfolgeprozess abgeschlossen hatten, während rund 47 % noch nicht einmal mit der strukturellen Planung begonnen hatten. Wenn Sie ein Unternehmen besitzen, sind Sie statistisch gesehen eher unvorbereitet als vorbereitet.

Das Timing hängt stark von Ihrem Ausstiegsszenario ab. Laut praktischen Leitfäden für Schweizer Unternehmer variieren die Vorbereitungszeiträume erheblich:

  • Familieninterne Nachfolge: oft ein Jahrzehnt oder mehr an Vorarbeit.
  • Management-Buyout: typischerweise etwa sieben Jahre.
  • Externer Verkauf: meist eher vier Jahre.

Profi-Tipp: Setzen Sie einen Auslöser für eine Überprüfung, nicht nur ein festes Datum. Eine Heirat, die Geburt eines Kindes, der Verkauf eines Unternehmens oder ein Umzug über Kantons- oder Landesgrenzen hinweg sollte jeweils eine sofortige Prüfung Ihres Testaments veranlassen, anstatt auf den nächsten jährlichen Check-in zu warten.

Die kantonale Steuerunterschiede bilden eine weitere Ebene. Die Schweiz kennt keine eidgenössische Erbschaftssteuer; sie wird vollständig von den Kantonen festgelegt, was bedeutet, dass sowohl Ihr Wohnsitz als auch der Wohnsitz Ihrer Erben beeinflussen, was und wie viel besteuert wird. Das ist ein Hebel für die Planung, kein bloßes administratives Detail, und sollte vor dem Abschluss jeglicher Schritte abgewogen werden.

Welche Rechtsinstrumente am wichtigsten sind: Testamente, Erbverträge und Willensvollstrecker

Beginnen Sie mit drei Dokumenten: einem Testament, einem Erbvertrag, falls Sie verbindliche Verpflichtungen zwischen mehreren Parteien benötigen, und der formellen Ernennung eines Willensvollstreckers. Wenn Sie ein Unternehmen führen, ergänzen Sie die Liste um einen Aktionärsbindungsvertrag.

Die Regeln haben sich zum 1. Januar 2023 grundlegend geändert. Das Schweizer Erbrecht hat den frei verfügbaren Teil des Nachlasses vergrößert und die Pflichtteile für Kinder und Ehepartner reduziert. Das gibt Ihnen mehr Spielraum, Vermögenswerte einem Partner, einem Stiefkind, einem Unternehmensnachfolger oder einem wohltätigen Zweck zuzuwenden – allerdings nur, wenn Ihr bestehendes Testament die neuen Regeln auch tatsächlich widerspiegelt. Ein Dokument, das 2019 unter dem alten Pflichtteilsrecht verfasst wurde, enthält möglicherweise nicht mehr das, was Sie heute beabsichtigen.

Ein Testament und ein Erbvertrag lösen unterschiedliche Probleme. Ein Testament ist eine persönliche, jederzeit widerrufbare Willenserklärung. Ein Erbvertrag hingegen ist für alle Unterzeichner bindend und kann nicht einseitig geändert werden. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn Sie Planungssicherheit benötigen, etwa um eine Unternehmensnachfolge mit einem Miteigentümer oder einem erwachsenen Kind verbindlich zu regeln.

  • Erstellen oder aktualisieren Sie Ihr Testament bei einem Notar und berücksichtigen Sie dabei die seit 2023 geltende neue Verfügungsquote.
  • Nutzen Sie einen Erbvertrag, wenn mehrere Parteien verbindliche Sicherheit benötigen und es nicht nur um eine einseitige Willenserklärung geht.
  • Bestimmen Sie ausdrücklich einen Willensvollstrecker. Ohne eine solche Person kann jede administrative Entscheidung die einstimmige Zustimmung aller Erben erfordern, und ein einziger blockierender Erbe kann den gesamten Nachlass zum Stillstand bringen.
  • Kombinieren Sie ein Testament oder einen Erbvertrag mit einer Familienverfassung, falls ein Familienunternehmen involviert ist.

Experten empfehlen für komplexe oder grenzüberschreitende Nachlässe zunehmend einen mehrschichtigen Ansatz: Die Kombination von Testamenten oder Erbverträgen mit Familienverfassungen und Aktionärsbindungsverträgen reduziert Unklarheiten und senkt das Risiko späterer Rechtsstreitigkeiten.

Profi-Tipp: Wenn Ihr Testament vor Januar 2023 verfasst wurde, gehen Sie nicht davon aus, dass es inhaltlich noch aktuell ist. Vereinbaren Sie einen 30-minütigen Beratungstermin bei einem Notar, um gezielt zu prüfen, ob die neuen Regeln zur Verfügungsquote Ihre ursprünglichen Absichten beeinflussen.

Da Erbschafts- und Schenkungssteuern kantonal geregelt sind, können für eine Familie, die zwischen Davos und beispielsweise Zürich oder Genf aufgeteilt ist, bei demselben Nachlass erheblich unterschiedliche Steuersätze anfallen. Das ist Grund genug, Fragen des steuerrechtlichen Wohnsitzes frühzeitig zu klären, anstatt sie den Erben zur mühsamen Entwirrung zu überlassen.

Ein philanthropisches Vermächtnis aufbauen, das zu Ihrer Familie passt

Für die meisten Familien in Davos ist ein Donor-Advised Fund der praktischere Einstieg; eine eigene Stiftung ist erst dann sinnvoll, wenn das Spendenvolumen so groß und dauerhaft ist, dass sich der Aufbau einer eigenen Governance-Struktur rechtfertigt.

Strukturiertes Geben in der Schweiz erfolgt meist in drei Stufen. Direkte Schenkungen sind am einfachsten, bieten aber keine dauerhafte Struktur. Donor-Advised Funds unter dem Dach einer Stiftung bieten Ihnen die meisten Vorteile einer privaten Stiftung – Kontrolle über Förderempfehlungen, einen definierten gemeinnützigen Zweck und professionelle Verwaltung –, ohne den administrativen Aufwand einer eigenen Stiftung. Eine eigene Stiftung bietet volle Kontrolle und Beständigkeit, bringt jedoch einen Stiftungsrat, Revisionen und laufende Berichtspflichten mit sich, die viele Familien unterschätzen.

Eine praktische Option, die man kennen sollte: ein testamentarischer Philanthropiefonds. Die Swiss Philanthropy Foundation ermöglicht es Ihnen, einen Fonds zu definieren oder ein Vermächtnis in Ihrem Testament festzulegen. Die Stiftung aktiviert und verwaltet diesen nach dem Erbfall und übernimmt die Berichterstattung, damit Ihre Erben sich in ihrer Trauer nicht auch noch um die Verwaltung einer Wohltätigkeitsorganisation kümmern müssen.

Es gibt auch einen steuerlichen Aspekt. Da die Schweiz keine Erbschaftssteuer auf Bundesebene kennt und Kantone Zuwendungen an anerkannte gemeinnützige Stiftungen durch in der Schweiz ansässige Erblasser in der Regel befreien, kann philanthropisches Engagement einer der steuereffizientesten Teile Ihrer Nachlassplanung sein – und nicht nur der persönlich bedeutsamste.

  • Direkte Schenkung: einfachste Form, keine Struktur, ideal für einmalige oder kleinere Spenden.
  • Donor-Advised Fund: geringer Verwaltungsaufwand, Mitspracherecht bei Förderungen, ideal für die meisten wohlhabenden Familien.
  • Eigene Stiftung: volle Kontrolle und Beständigkeit, jedoch mit Revisions- und Governance-Pflichten verbunden.

Eine eigene Stiftung bietet Beständigkeit und Kontrolle, ist aber mit einem Stiftungsrat, Revisionen und Berichtspflichten verbunden, die laut vielen Beratern nur bei substanziellen, dauerhaften Zuwendungen sinnvoll sind.

Profi-Tipp: Wenn Philanthropie und Unternehmensnachfolge beide Teil Ihres Plans sind, koordinieren Sie diese in einem gemeinsamen Gespräch. Wenn Sie die wohltätigen Absichten mit der Weitergabe von Aktien oder Unternehmensvermögen abstimmen, vermeiden Sie die unangenehme Situation, dass eine Stiftung und ein Erbe über denselben Vermögenswert streiten.

Nachfolgeplanung für ein Familienunternehmen

Wenn Sie ein Unternehmen besitzen, legen Sie den Übertragungsweg fest, bevor Sie andere Entscheidungen treffen: eine familieninterne Nachfolge, ein Management-Buyout oder ein externer Verkauf. Jeder Weg erfordert einen anderen Bewertungsansatz, einen anderen Zeitplan und unterschiedliche Governance-Arbeiten.

Für welchen Weg Sie sich auch entscheiden, die Grundlagen sind weitgehend identisch. Ein praktischer Leitfaden für die Schweizer Unternehmensnachfolge empfiehlt diese Reihenfolge:

  1. Geben Sie frühzeitig eine unabhängige Unternehmensbewertung in Auftrag, bevor Emotionen oder informelle Erwartungen die Zahlen verzerren.
  2. Entscheiden Sie sich so früh wie möglich für einen Übertragungsweg, da dieser alle späteren Entscheidungen prägt.
  3. Erstellen Sie ein kohärentes rechtliches Rahmenwerk, das Testament, Erbvertrag und Aktionärsbindungsvertrag umfasst.
  4. Bestimmen Sie einen Willensvollstrecker mit ausdrücklicher Befugnis über das Unternehmensvermögen, nicht nur über das Privatvermögen.
  5. Binden Sie die Familie frühzeitig ein. Schweigen führt zu Annahmen, und Annahmen führen zu Streitigkeiten.

Eine Familienverfassung lohnt sich auch dann, wenn Sie glauben, dass sich Ihre Familie gut versteht. Sie legt in der Regel Entscheidungsbefugnisse, Schritte zur Streitbeilegung und Erwartungen an Familienmitglieder fest, die nicht im Unternehmen tätig sind, aber Anteile halten. Kombinieren Sie diese mit einem Aktionärsbindungsvertrag, um die rechtliche Durchsetzbarkeit zu gewährleisten.

  • Familieninterner Buyout: Die Vorbereitung erfordert oft viele Jahre.
  • Management-Buyout: erfordert in der Regel mehrere Jahre.
  • Externer Verkauf: erfordert meist einige Jahre.

Die größte Lücke ist nicht rechtlicher, sondern menschlicher Natur. Dieselbe Studie zu Familienunternehmen aus dem Jahr 2025 ergab, dass nur eine kleine Minderheit der Firmen über ein formelles Programm zur Integration der nächsten Generation verfügt, obwohl der Generationswechsel in Schweizer Familienunternehmen immer schneller voranschreitet.

Profi-Tipp: Erstellen Sie die Governance-Charta, bevor Sie sie benötigen, nicht erst in einer Krise. Eine Charta, die in einer ruhigen Phase entworfen wurde, wird mit weitaus größerer Wahrscheinlichkeit befolgt als eine, die mitten im Streit entsteht.

Planning succession for a family business — overview diagram

Wen Sie an einen Tisch holen sollten und was Sie fragen müssen

Beginnen Sie mit vier Personen: einem Notar, einem Steuer- oder Vermögensanwalt, Ihrem Vermögensverwalter und – falls ein Unternehmen involviert ist – einem Unternehmensberater oder professionellen Willensvollstrecker. Bringen Sie diese Personen frühzeitig zusammen, anstatt jeden einzeln zu konsultieren.

Jeder spielt eine eigene Rolle und verdient beim ersten Treffen eine spezifische Frage.

  • Notar: „Spiegelt mein aktuelles Testament oder mein Erbvertrag die Regeln zur verfügbaren Quote nach 2023 wider?“
  • Steuer- oder Vermögensanwalt: „Welche kantonalen oder internationalen Aspekte müssen wir angesichts unseres Wohnsitzes und etwaiger grenzüberschreitender Vermögenswerte jetzt berücksichtigen?“
  • Vermögensverwalter: „Wie muss unsere Anlagestruktur angepasst werden, um die Nachfolge- oder Philanthropieplanung, die wir aufbauen, zu unterstützen?“
  • Unternehmensberater oder Willensvollstrecker: „Welche Governance- und Bewertungsarbeiten müssen abgeschlossen sein, bevor wir uns auf einen Übertragungsweg festlegen können?“

Achten Sie auf einige Warnsignale. Ein Berater, der noch nie einen grenzüberschreitenden Nachlass betreut hat oder sich gegen die Koordination mit Ihren anderen Beratern sträubt, ist ein Warnsignal, das Sie ernst nehmen sollten. Nachlassplanung berührt gleichzeitig Rechts-, Steuer- und Anlagestrategien; Berater, die in Silos arbeiten, neigen dazu, Pläne mit Lücken an den Schnittstellen zu erstellen.

Marmot Finance koordiniert diese Shortlist in der Regel direkt und führt den Input von Notar und Steuerberater mit der Anlagestrategie zusammen, damit Familien nicht selbst drei separate Gespräche koordinieren müssen. Bringen Sie zu diesem ersten Treffen Ihr aktuellstes Testament, eine Zusammenfassung der wichtigsten Vermögenswerte nach Jurisdiktion sowie einen groben Stammbaum mit, in dem Zweitehen, Stiefkinder oder nicht-schweizerische Erben vermerkt sind, da diese die rechtliche Situation meist am stärksten verändern.

Schutz von Nachlassvermögen vor Streitigkeiten und Ansprüchen

Streitigkeiten entstehen meist durch Unklarheiten, nicht durch böse Absicht. Der sicherste Weg, Risiken zu minimieren, besteht darin, Interpretationsspielräume wo immer möglich zu beseitigen.

Ein Erbvertrag ist für alle Unterzeichner bindend und schließt die Art von „Aber ich dachte, du meintest...“-Streitigkeiten aus, die ein einfaches Testament provozieren kann. Die Kombination mit einer Governance-Charta für Unternehmensvermögen bietet eine zweite Schutzschicht, insbesondere bei Meinungsverschiedenheiten zwischen aktiven und passiven Familiengesellschaftern.

Der Gläubigerschutz erfordert besondere Aufmerksamkeit, wenn Sie oder ein Familienmitglied ein Unternehmen mit persönlicher Haftung führen. Die Strukturierung des Unternehmenseigentums durch geeignete Rechtsformen und die klare Trennung von Privat- und Geschäftsvermögen auf dem Papier begrenzt, wie weit ein Gläubigeranspruch gegen einen Teil der Familie auf andere Bereiche übergreifen kann. Dies ist ein Thema für Ihren Steueranwalt und sollte nicht allein dem Testament überlassen werden.

Eheverträge und güterrechtliche Vereinbarungen sind ebenfalls wichtiger, als viele annehmen. Das schweizerische Güterrecht interagiert direkt mit den Erbanteilen; ein schlecht abgestimmter Ehevertrag kann daher unbeabsichtigt den Anteil verringern, den Sie einem Ehepartner oder Kind hinterlassen wollten, oder den Anspruch eines Stiefkindes über das geplante Maß hinaus erweitern.

Bestimmen Sie schließlich explizit einen Willensvollstrecker. Ohne einen solchen ist für administrative Entscheidungen die einstimmige Zustimmung aller Erben erforderlich, was einem einzelnen unzufriedenen Erben echten Spielraum gibt, den Nachlass zu verzögern oder zu blockieren. Ein benannter Willensvollstrecker mit klarer Befugnis schließt diese Lücke, bevor sie entsteht.

Einbeziehung digitaler Vermögenswerte in Ihre Nachlassplanung

Digitale Vermögenswerte erhalten selten die gleiche Aufmerksamkeit wie Immobilien oder Wertpapiere, obwohl sie nach dem Tod oft schwieriger zu lokalisieren und zugänglich zu machen sind als ein Bankkonto.

Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme: Kryptowährungs-Wallets, Zugangsdaten für Broker und Banken, Domainnamen, digitale Sammlungen, Cloud-Speicher und Social-Media-Konten. Ohne dokumentierten Zugang kann ein Willensvollstrecker vor echten technischen – nicht nur rechtlichen – Barrieren stehen, insbesondere bei Kryptowährungen in Self-Custody-Wallets. Ein verlorener privater Schlüssel kann bedeuten, dass das Vermögen dauerhaft verloren ist, da keine Bank oder kein Notar es wiederherstellen kann.

Praktische Schritte, die Sie jetzt unternehmen sollten:

  • Listen Sie digitale Vermögenswerte getrennt von Ihrem Hauptvermögensverzeichnis auf und aktualisieren Sie diese mindestens jährlich.
  • Speichern Sie Zugangsdaten in einem Passwort-Manager und geben Sie die Methode für den Hauptzugang an Ihren Willensvollstrecker weiter – nicht die Passwörter selbst –, und zwar über einen sicheren, dokumentierten Prozess.
  • Führen Sie digitale Vermögenswerte explizit in Ihrem Testament auf, anstatt davon auszugehen, dass sie unter allgemeine Formulierungen wie „persönliches Eigentum“ fallen, was zu Unklarheiten über Ihre Absichten führen kann.

Kryptowährungsbestände sollten Sie Ihrem Steueranwalt gegenüber gesondert erwähnen, da die Bewertung und die kantonale steuerliche Behandlung digitaler Vermögenswerte von traditionellen Wertpapieren abweichen können. Wenn Sie nennenswerte Krypto-Positionen halten, sollten Sie dies direkt ansprechen, anstatt davon auszugehen, dass Ihre bestehenden Nachlassdokumente dies bereits abdecken.

Lokale Traditionen und Präferenzen, die Nachlassentscheidungen in Davos prägen

Davos liegt in einem Kanton, in dem Familienunternehmen, tourismusnahe Betriebe und über Generationen gehaltene Immobilien weit verbreitet sind – und das prägt das Verständnis von Familien für ihr Erbe.

Immobilien bilden oft den emotionalen Mittelpunkt der Nachlassplanung in Davos. Viele Familien besitzen Chalets oder gastgewerbliche Objekte, die über Generationen weitergegeben wurden. Entscheidungen darüber, ob ein solches Objekt behalten, verkauft oder aufgeteilt werden soll, wiegen oft schwerer, als es der rein finanzielle Wert vermuten ließe. Deshalb sind frühzeitige und offene Familiengespräche über die Zukunft dieser Immobilien hier besonders wertvoll – weit mehr als bei rein städtischen Nachlässen, die von liquiden Mitteln dominiert werden.

Hands examining legacy property plans in chalet

Auch die Tradition von Gemeinschaftssinn und Philanthropie ist in den Bergkantonen tief verwurzelt. Lokale Spenden zur Unterstützung von Schulen, Berg-Infrastruktur oder kulturellen Einrichtungen lassen sich hier gut mit breiteren schweizerischen oder internationalen Anliegen verbinden. Eine von Spendern beratene Stiftung oder eine testamentarische Stiftung kann sowohl lokale als auch internationale Zwecke unter einem Dach vereinen – ideal für Familien, die in Davos verwurzelt sind, deren Interessen und Vermögenswerte jedoch weit darüber hinausreichen.

Aufgrund des internationalen Profils von Davos sind mehrsprachige und grenzüberschreitende Familienbeziehungen keine Seltenheit. Dies unterstreicht einen bereits genannten Punkt: Klären Sie Fragen zum Wohnsitz und zur grenzüberschreitenden Besteuerung frühzeitig. Annahmen darüber, wie Dinge „üblicherweise gehandhabt werden“, lassen sich selten eins zu eins von einer Rechtsordnung auf eine andere übertragen.

Wie neue eidgenössische Erbregeln die Planung verändern

Die folgenreichste Änderung der jüngsten Zeit ist die Reform, die am 1. Januar 2023 in Kraft getreten ist. Sie vergrößert die frei verfügbare Quote des Nachlasses und reduziert die Pflichtteile für Kinder sowie in bestimmten Konstellationen für Ehepartner.

In der Praxis bedeutet dies, dass Erblasser nun mehr Freiheit haben, Vermögenswerte einem Unternehmensnachfolger, der kein direkter Erbe ist, einem Lebenspartner ohne automatische Erbansprüche, einem Stiefkind oder einer gemeinnützigen Organisation zuzuwenden, ohne an die Pflichtteilsgrenzen zu stoßen, die Testamente vor 2023 einschränkten.

Der Haken dabei: Diese Freiheit nützt Ihnen nur, wenn Ihre Dokumente sie auch widerspiegeln. Ein nach altem Recht verfasstes Testament mag zwar weiterhin gültig sein, schöpft aber den erweiterten Spielraum nicht aus, sofern es nicht aktiv angepasst wird. Dies ist genau die Art von Reform, bei der sich ein proaktiver Check mehr auszahlt als die Annahme, dass „keine Nachrichten gute Nachrichten“ seien.

Es ist zudem wichtig, sich daran zu erinnern, was sich nicht geändert hat: In der Schweiz gibt es nach wie vor keine eidgenössische Erbschaftssteuer; die Besteuerung bleibt kantonal geregelt. Die Reform von 2023 betrifft die Frage, wer erben kann und wie groß Ihr Spielraum ist, nicht jedoch die Steuerlast, die nach dem Erbfall anfällt. Das sind zwei getrennte Themen, die beide bei der Überprüfung Ihres Testaments berücksichtigt werden sollten.

Risikomanagement: Gläubiger, Streitigkeiten und das Unerwartete

Eine gute Nachlassplanung geht davon aus, dass irgendwann etwas schiefgehen kann – sei es ein geschäftlicher Abschwung, ein Rechtsstreit oder ein plötzlicher Todesfall ohne aktualisierte Unterlagen – und baut für jeden dieser Fälle Schutzmechanismen ein.

Das Risiko durch Gläubiger wird von Familien oft erst dann beachtet, wenn es relevant wird. Wenn das Geschäft eines Familienmitglieds mit persönlicher Haftung verbunden ist, begrenzt die Strukturierung des Eigentums über die richtige Rechtsform und die klare Trennung von geschäftlichem und privatem Vermögen den Zugriff von Gläubigern. Dies verdient dieselbe Ernsthaftigkeit wie jede Erbschaftsfrage und den fachlichen Rat eines Steueranwalts, statt der allgemeinen Annahme, dass „es schon gut gehen wird“.

Unvorhergesehene Ereignisse wie Geschäftsunfähigkeit, plötzlicher Tod oder eine strittige Scheidung bilden die zweite große Risikokategorie. Eine Vorsorgevollmacht, die getrennt vom Testament aufbewahrt wird, stellt sicher, dass eine Person Ihres Vertrauens Ihre Angelegenheiten regeln kann, falls Sie handlungsunfähig werden, ohne dass ein gerichtlich bestellter Vormund eingreifen muss. Dies ist von der Rolle eines Willensvollstreckers zu unterscheiden, die erst nach dem Tod wirksam wird.

Überlegen Sie schließlich, was passiert, wenn ein einzelner Erbe die Kooperation verweigert. Ohne Willensvollstrecker ist für administrative Entscheidungen Einstimmigkeit erforderlich, was bedeutet, dass ein unkooperativer Erbe den gesamten Nachlass auf unbestimmte Zeit blockieren kann. Die Ernennung eines Willensvollstreckers mit klarer Befugnis ist in der Praxis das effektivste Instrument des Risikomanagements in diesem gesamten Prozess – und eines der kostengünstigsten.

Grenzüberschreitende Aspekte für Einwohner von Davos mit internationalen Verbindungen

Wenn Ihr Nachlass Berührungspunkte mit einem anderen Land hat – sei es durch ausländisches Vermögen, ausländische Staatsbürgerschaft oder im Ausland lebende Erben –, müssen Fragen zur Rechtswahl frühzeitig geklärt werden, anstatt sie Ihrem Willensvollstrecker zur nachträglichen Entwirrung zu überlassen.

Das Schweizer internationale Privatrecht sowie neuere EU-Instrumente schaffen echte Möglichkeiten, das auf Ihren Nachlass anwendbare Recht in grenzüberschreitenden Fällen zu wählen. Richtig genutzt, kann dies die Verwaltung vereinfachen und steuerliche Reibungsverluste reduzieren. Ignoriert man dies, drohen Kompetenzkonflikte, bei denen Gerichte zweier Länder die Zuständigkeit beanspruchen, oder sogar eine Doppelbesteuerung derselben Vermögenswerte.

Dies ist in Davos wichtiger, als es der Standort vermuten lässt, da viele Einwohner und Immobilieneigentümer hier internationale Verbindungen haben – sei es durch ihre Nationalität, Zweitwohnsitze im Ausland oder Erben, die außerhalb der Schweiz leben. Eine Rechtswahlklausel in Ihrem Testament oder Erbvertrag, die unter Einbeziehung eines auf grenzüberschreitende Nachlässe spezialisierten Anwalts erstellt wurde, ist das praktische Instrument, um dies direkt zu regeln.

  • Identifizieren Sie jede Rechtsordnung, die Ihren Nachlass betrifft, nicht nur die Ihres Wohnsitzes.
  • Fragen Sie Ihren Anwalt gezielt nach den Möglichkeiten der Rechtswahl gemäß dem Schweizer internationalen Privatrecht.
  • Prüfen Sie, ob ausländische Immobilien zwingenden Erbregeln unterliegen, die Ihr Schweizer Testament aushebeln könnten.
  • Überprüfen Sie grenzüberschreitende Elemente immer dann, wenn Sie oder ein Erbe den Wohnsitz in ein anderes Land verlegen.

Die grenzüberschreitende Planung ist ein Bereich, in dem ein Generalist wichtige Details übersehen kann. Es lohnt sich, vor der Beauftragung eines Rechts- oder Steuerberaters für diesen Teil der Planung eine direkte Erfahrung mit grenzüberschreitenden Fällen zu bestätigen.

Wie Marmot Finance die Nachlassplanung für Familien angeht

Marmot Finance betrachtet die Nachlassplanung als modularen, fortlaufenden Prozess, der auf familiärer Verantwortung basiert – nicht als ein einmalig unterzeichnetes und abgeheftetes Dokument. Der Ansatz beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme der aktuellen Situation: Vermögenswerte, Strukturen, bestehende Dokumente und etwaige Diskrepanzen zwischen diesen.

Von dort aus koordiniert Marmot die praktische Arbeit, die eine Nachlassplanung erfordert: die Einbindung der richtigen Notare und Steueranwälte, die Unterstützung bei der Einrichtung oder Optimierung philanthropischer Instrumente wie Spendenfonds sowie die Begleitung der Governance-Gespräche, die Familienunternehmen und generationsübergreifendes Vermögen intakt halten, statt sie zum Streitpunkt werden zu lassen. Dies ist kein einmaliges Engagement. Familien benötigen in der Regel fortlaufende Unterstützung bei der Governance, wenn sich Lebensumstände ändern – sei es durch eine Heirat, einen Unternehmensverkauf oder einen Umzug zwischen den Kantonen. Marmot Finance bleibt während dieser Veränderungen an Ihrer Seite, anstatt sich nach der Unterzeichnung des ursprünglichen Plans zurückzuziehen.

Wie Marmot Finance bei der Nachlassplanung in Davos helfen kann

Wenn Sie in Davos ansässig sind und von „wir sollten das wirklich einmal regeln“ zu einem konkreten Plan übergehen möchten, ist der Vermögensverwaltungs-Service in Davos von Marmot Finance speziell für Familien konzipiert, die Anlagestrategien mit Nachfolge- und Philanthropiefragen in Einklang bringen müssen, ohne selbst drei verschiedene Berater koordinieren zu wollen.

Als FINMA-akkreditierter Vermögensverwalter, der exklusiv mit Frauen und Familien in der Schweiz und Europa arbeitet, koordiniert Marmot Finance die Umsetzung des Plans nach dessen Verabschiedung direkt mit Notaren und Steueranwälten, anstatt Ihnen lediglich ein Strategiedokument zu übergeben und die Ausführung Ihnen zu überlassen. Diese Koordination ist der praktische Unterschied zwischen einem Plan, der nur auf dem Papier existiert, und einem, der tatsächlich umgesetzt wird.

Vor Ihrem ersten Beratungsgespräch ist es hilfreich, Ihr aktuelles Testament oder Ihren Erbvertrag, eine Zusammenfassung der wesentlichen Vermögenswerte nach Jurisdiktion sowie Notizen zu familiären Umständen, die die Nachfolge betreffen (wie Zweitehen, Stiefkinder oder im Ausland lebende Erben), zusammenzustellen. Buchen Sie ein Erstgespräch über die Seite für Vermögensverwaltungs-Dienstleistungen von Marmot Finance, um das Gespräch zu beginnen.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich sowohl ein Testament als auch einen Erbvertrag? Nicht immer. Ein Testament deckt persönliche, widerrufbare Wünsche ab; ein Erbvertrag bindet mehrere Parteien und eignet sich für Situationen, die Sicherheit erfordern, wie etwa Nachfolgevereinbarungen für Unternehmen zwischen Miteigentümern.

Bedeutet die Gesetzesänderung von 2023, dass ich ein neues Testament brauche? Nicht automatisch, aber eine Prüfung lohnt sich. Die Reform hat den frei verfügbaren Teil vergrößert, sodass ein älteres Testament möglicherweise nicht mehr die Flexibilität widerspiegelt, die Sie jetzt haben.

Ist die Erbschaftssteuer in der ganzen Schweiz gleich? Nein. Es gibt keine eidgenössische Erbschaftssteuer; die Kantone legen ihre eigenen Sätze und Freibeträge fest, daher hat die Wahl des Wohnsitzes erhebliche steuerliche Auswirkungen.

Sollte ich eine Stiftung für meine wohltätigen Zwecke gründen? Nur, wenn Ihre Zuwendungen umfangreich und langfristig angelegt sind. Für die meisten Familien ist ein Spendenfonds (Donor-Advised Fund) besser geeignet, da dieser mit deutlich geringerem Governance- und Verwaltungsaufwand verbunden ist.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt nicht die Beratung durch einen qualifizierten Finanzberater. Konsultieren Sie einen qualifizierten Finanzexperten bezüglich Ihrer persönlichen Umstände, bevor Sie aufgrund der hier gemachten Angaben handeln.

Quellen

Für die rechtlichen Details zur Reform von 2023 konsultieren Sie den Erbrechtsleitfaden von Zürich. Für Daten und Benchmarks zur Unternehmensnachfolge ist die HEG Fribourg 2025 Studie die aktuellste Referenz. Für Strukturen philanthropischer Fonds erläutert die Swiss Philanthropy Foundation testamentarische Fonds praxisnah.

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Dieser Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Entscheidungen bezüglich Ihres Portfolios sollten auf Ihren persönlichen Umständen, Ihrer Risikobereitschaft, Ihren Liquiditätsbedürfnissen und professioneller Beratung basieren.

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