Fünf Mythen über die Börse

March 5, 2026
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Fünf Mythen über die Börse

Man sagt, er sei gefährlich und voller versteckter Risiken, und demnach auch nur für diejenigen, die sich eine jahrelange Expertise angeeignet haben. Der Aktienmarkt scheint damit vor allem zum Casino zu werden, für die, die Verluste einfach wegstecken können: Menschen mit viel Geld. Ständig muss gehandelt werden, es ist alles eine Frage des Zeitpunkts – und am Ende eben ein Geschäft, das lieber den alten, weißen Männern überlassen wird, die mit Aktentasche zwischen Frankfurt und New York pendeln.
All diese Annahmen sind weit verbreitet, halten sich hartnäckig – und verunsichern. Ist das Vermögen dort wirklich besser aufgehoben als auf dem herkömmlichen Sparkonto?

Gerade deshalb lohnt sich ein Faktencheck der Mythen, die den Aktienmarkt und den Handel an der Börse umgeben. Wieviel Wahrheit steckt hinter den Annahmen, die weiter verbreitet sind als die zugehörigen Tatsachen?
Denn im Zweifel lohnt sich ein nüchterner Blick hinter die Kulissen. Der zahlt sich dann langfristig aus: im Gespräch mit den selbsternannten Börsenprofis – und im eigenen Portfolio.

#1 Der Aktienmarkt ist gefährlich

Beim Stichwort Börse haben wir die zackigen Verläufe der Aktienkurse im Kopf, die vor allem eines sind: ganz schön schwankend. Die stete Dynamik im Drunter und Drüber vermittelt Unsicherheit und festigt damit das Bild vom Aktienmarkt als gefährliches Cluster, an dem sich viel Geld verlieren lässt.

Und es stimmt, dass die Börse im Zeitverlauf durchaus auch Verluste verzeichnet hat – vor allem mit Blick auf vergangene Krisenjahre. 2001, 2008, 2011 oder 2020 sind Zeitpunkte, die zeigen, dass der globale Aktienmarkt (MSCI World Index) auch innerhalb weniger Wochen bis zu 50 Prozent seines Wertes verlieren kann. Ganz schön gefährlich?

Und genau hier liegt das zentrale Missverständnis: Wer nur auf kurzfristige Schwankungen achtet, übersieht den langfristigen Trend.
„Zoomen“ wir raus, stellen wir fest: Die Gesamtheit der Kurse ist langfristig immer aufwärtsgerichtet. Aktien und Fonds erfahren über mehrere Jahre und Jahrzehnte fast ausschließlich einen Wertzuwachs – und schlagen damit übrigens das vermeintlich „sicherere“ Sparkonto.

Deswegen raten Expert:innen auch zu einer langfristigen Strategie, bei der das Portfolio auf mehrere Jahre und Jahrzehnte angelegt wird.

Good to know: MSCI World Index

  • Ein globaler Aktienindex, der die Kursentwicklung von rund 1.500 Aktien aus 23 Industrieländern abbildet.
  • In jedem dieser Länder deckt der Index mit den größten Aktiengesellschaften etwa 85 % der Marktkapitalisierung in Streubesitz ab.
  • Er ist besonders relevant und wird oft als Vergleichsmaßstab benutzt. Sein Kurs schwankt ebenso wie die Aktien, aus denen er sich zusammensetzt, steigt jedoch langfristig über Jahrzehnte.

#2 Der Aktienmarkt ist nur für Menschen mit viel Geld

Dieses Vorurteil fußt auf der Annahme, dass der Aktienmarkt gefährlich ist. Denn wenn wir davon ausgehen, dass wir dort mit Verlusten rechnen müssen, liegt nahe, dass wir erst ab einem großen Vermögen investieren sollten.

Doch da sich kurzfristige Schwankungen langfristig relativieren, erübrigt sich auch die Angst vor großen Verlusten. Die Vermögensmehrung beginnt bereits bei kleinen Summen von 100 Euro im Monat – oder weniger.

Man könnte sagen: Gerade die kleinen Einsparungen, die investiert werden, sind besonders lukrativ. Während sie als Sparsumme der Inflation zum Opfer fallen, lohnt sich eine breit diversifizierte Anlage und lässt kleine Beträge über Jahre zu großen Summen anwachsen.

Good to know: ETF (Exchange Traded Fund)

  • Ein börsengehandelter Fonds mit einer gestreuten Kombination an Wertpapieren.
  • Anders als klassische Fonds ist der ETF automatisiert zusammengestellt und orientiert sich an bestimmten Marktindizes.
  • Die Zusammensetzung ist transparent und breit gestreut.
  • Da kein Fondsmanager nötig ist, sind die Gebühren gering. ETFs sind eine risikoarme und günstige Möglichkeit, an der Börse zu investieren.

#3 Es ist alles eine Frage des richtigen Zeitpunkts

Auch dieser Mythos geht auf die Kursschwankungen zurück. Wenn Kurse ständig steigen und fallen, scheint der Zeitpunkt entscheidend.

Doch langfristig gesehen lohnt sich der Einstieg fast immer – auch wenn in den ersten Monaten Verluste auftreten. Natürlich gibt es günstigere Zeitpunkte, aber aufgrund der Inflation ist ein früher Einstieg fast immer besser als ein späterer.

#4 Aktien müssen ständig gehandelt werden

Dass Aktien ständig ge- und verkauft werden müssen, ist eine verbreitete Annahme – und trifft bei Einzelaktien auch zu. Doch für Fonds, besonders ETFs, gilt das nicht.

ETFs kombinieren die jeweils am besten performenden Aktien und streuen das Risiko.
Bei langfristiger Strategie genügt eine Kontrolle monatlich oder vierteljährlich.

#5 Investieren ist etwas für Finanzexperten

Ein besonders hartnäckiger Mythos: Börsengewinne seien nur für Experten, die sich in Zahlen verlieren, ständig die Handelszeitung lesen und mit Begriffen wie „Volatilität“ um sich werfen.

Tatsächlich aber profitieren viele Privatanleger:innen von einfachen Strategien. Studien zeigen sogar: Frauen erzielen im Durchschnitt bessere Renditen als Männer – vermutlich, weil sie seltener riskant spekulieren und langfristiger planen.

Mehr dazu:

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Autorin: Lucia Theiler

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