In den letzten Tagen sind die Aktienmärkte zum Teil empfindlich eingebrochen. Wie soll man sich verhalten?

Die Aktienmärkte haben in den letzten Tagen empfindliche Verluste erlitten. Der Deutsche Aktienindex DAX und der Schweizer Aktienindex SMI verloren 8% aber der technologielastige NASDAQ Index hat 18% eingebüsst. Die restlichen Indizes liegen dazwischen.

Aktuell kommen fünf Gründe zusammen:

  • Treffen der amerikanischen Notenbank am Mittwoch. Viele Anleger hatten Angst, dass die Notenbank die Zinsen schneller anheben könnte als bisher erwartet.
  • Unbedarfte Äusserungen des amerikanischen Präsidenten Joe Biden über die Ukraine, die den Russen faktisch eine Teilinvasion erlaubt. Dies könnte zu einer Gewaltspirale führen, die nicht zu stoppen ist. Die Energiepreise sind stark angestiegen. 
  • Angst der Anleger über die hohe Inflation und dass diese nicht zurückgehen wird.
  • Erste Firmen haben die Geschäftsresultate des vierten Quartals 2021 präsentiert und diese waren schlechter als erwartet. 
  • Unsicherheiten um die Covid-Pandemie gehen nicht zurück.

In solchen Phasen ist zuerst wichtig zu unterscheiden, ob es sich um eine geordnete Anpassung an neue Risiken handelt oder ob eine kopflose Panik herrscht. Bei kopfloser Panik sollte man verkaufen und mit Käufen zuwarten, bis die Panik vorbei ist.

Hier gibt der Fear and Greed Index eine gute Hilfestellung:

Quelle: CNN Money, 26.01.2022

Der Index ist von 65 auf 37 eingebrochen. Dies signalisiert Angst aber keine Panik. Zudem hat sich der Goldpreis, ein guter Panik-Indikator, kaum verändert.

Es handelt sich also um eine Anpassung an neue Risiken. 

Die Kumulierung von so vielen negativen Punkten ist selten. Einige davon erachten wir auch als übertrieben. Niemand hat ein Interesse an einem Krieg mit Russland, und die Erwartungen mit einer Zunahme der Gewinne um über 22% gegenüber dem Vorjahr war unrealistisch hoch. Zudem hat die Notenbank am Mittwoch nur die allgemeinen Erwartungen bestätigt und nicht noch wie befürchtet einen Zacken zugelegt.

Es ist wichtig, sich von einer zu negativen (aber auch zu positiven) Stimmung nicht hinreissen zu lassen, das langfristige Bild aus den Augen zu verlieren.

Quelle: Twitter: Jurrien Timmer, @TimmerFidelity, 21.01.2022

Die Grafik zeigt 12 Phasen seit 1947, in denen die Federal Reserve ihre Strategie geändert hat. Die Grafik zeigt die Aktienmarktrenditen zwei Jahre vor und drei Jahre nach der ersten Zinserhöhung. Der breite Markt erwartet die erste Zinserhöhung der Fed im März 2022.

In 3 der 12 Zeiträume wurden die Zinsen zu früh oder zu schnell angehoben, und die Wirtschaft erholte sich nicht. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle stiegen die Aktienmärkte weiter an. Allerdings kam es in den ersten sechs Monaten nach der ersten Zinserhöhung relativ häufig zu einer Seitwärtsbewegung der Märkte.

Wir rechnen mit einer Seitwärtsbewegung der Märkte bis Mitte Jahr. Negative Übertreibungen wie in der aktuellen Woche nutzen wir daher, um günstig einzukaufen. Wir achten aber darauf aktuell eher auf das Value-Thema und auf Qualitätstitel zu setzen. Viele bekannte Internetfirmen, die noch nie Gewinne ausgewiesen haben und das Geschäft mit kurz und langfristigen Krediten finanzieren, werden in dem steigenden Zinsumfeld grosse Probleme bekommen.



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