Der Schweizer Wealth-Management-Sektor wird von einer Generation von Frauen neu geprägt, deren Karrieren technisches Fachwissen, Resilienz und einen authentisch kooperativen Führungsstil vereinen. Sie sind keine Randfiguren. Sie leiten Family Offices, führen Privatbanken und sitzen in den Verwaltungsräten von Institutionen, die Vermögenswerte in dreistelliger Millionenhöhe verwalten. Ihre Geschichten bieten konkrete Impulse für alle, die eine Karriere im Finanzwesen anstreben oder ihre eigene finanzielle Zukunft gestalten.
Wer sind die führenden Frauen im heutigen Schweizer Wealth Management?
Die fünf hier porträtierten Frauen stehen beispielhaft für weibliche Führung in Schweizer Family Offices und im Wealth Management. Jede von ihnen hat sich ihre Position durch Fachkompetenz und beständige Leistung erarbeitet, nicht durch Nähe zur Macht.
- Carolina Müller-Möhl gründete die Müller-Möhl Group als Single-Family-Office im Jahr 2000 nach dem Tod ihres Mannes. Sie restrukturierte und diversifizierte das Portfolio durch drei große Marktkrisen hindurch, darunter der Dotcom-Crash 2001 und die Finanzkrise 2008, und steigerte das Vermögen auf mehrere hundert Millionen Schweizer Franken. Das World Economic Forum ernannte sie 2007 zum Young Global Leader.
- Camille Vial wurde 2019 die erste weibliche CEO von Mirabaud & Cie SA und vertritt die siebte Generation der Gründerfamilie. Sie besitzt einen Abschluss in Mathematik von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne, trat 2011 in die Bank ein und stieg über das Portfoliomanagement zur Managing Partnerin im Jahr 2012 auf.
- Sybille Wyss ist CEO und Partnerin bei der Tareno AG, die seit 2020 mehrfach als einer der besten Vermögensverwalter der Schweiz ausgezeichnet wurde. Ihre Doppelrolle als Führungskraft und Partnerin spiegelt ein Modell der geteilten Eigentümerschaft wider, das in der Schweizer Vermögensverwaltung noch immer selten ist.
- Michèle Rodoni ist seit 2021 CEO der Mobiliar. Ihre Karriere umfasst versicherungsmathematische Tätigkeiten bei La Suisse, Führungspositionen im Finanzbereich bei Swiss Life sowie eine Direktionsrolle bei Aviva in Paris, wo sie Solvency-II-Programme in ganz Europa leitete. Sie hat einen Abschluss in Aktuarwissenschaften der Universität Lausanne und absolvierte zusätzliche Weiterbildungen in den USA.
- Joséphine Vérine trat 2025 in den Verwaltungsrat der Quintet Private Bank ein. Sie bringt über drei Jahrzehnte Erfahrung bei Luxusmarken wie Louis Vuitton, Christian Dior und Chanel mit sowie eine Zeit als Chief Operating Officer bei der Lombard Odier Gruppe in Genf zwischen 2016 und 2018.
Welche Führungseigenschaften und beruflichen Lehren haben diese Frauen gemeinsam?
Die Karrieren dieser fünf Frauen unterscheiden sich im Detail, weisen jedoch einige grundlegende Gemeinsamkeiten auf. Disziplin, die Offenheit für lebenslanges Lernen und eine Vorliebe für kollektive Entscheidungsfindung ziehen sich durch jedes Profil.

Camille Vial beschreibt ihren Führungsstil als partizipativ und analytisch. Sie betont, dass Entscheidungen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und gemeinsam getragen werden müssen – eine Philosophie, die sie direkt auf ihre wissenschaftliche Ausbildung zurückführt. Ihrer Ansicht nach sind Vertrauen und Transparenz keine „weichen“ Werte, sondern strukturelle Voraussetzungen für nachhaltige Leistung. Teams müssen offen kommunizieren können und wissen, dass sie gehört werden.
Der Werdegang von Carolina Müller-Möhl verdeutlicht etwas anderes: Resilienz entsteht durch Handeln, nicht durch eine bloße Einstellung. Die Verwaltung eines Portfolios durch aufeinanderfolgende Krisen bei gleichzeitigem Aufbau der Governance-Strukturen für ein neu gegründetes Family Office erforderte sowohl fachliche Strenge als auch die Bereitschaft, unter Druck konsequente Entscheidungen zu treffen.
Michèle Rodonis Karriere ist ein Fallbeispiel für den Wert grenzüberschreitender Erfahrung. Die Wechsel zwischen der Schweiz, Frankreich und den Vereinigten Staaten brachten ihr Einblicke in unterschiedliche regulatorische Umfelder und Führungskulturen, was ihre heutige Leitung eines der größten Schweizer Versicherungsunternehmen prägt. Joséphine Vérines Wechsel von der Strategie für Luxusmarken zur Governance im Private Banking zeigt, dass Expertise in der Kundenbeziehung direkt auf die Vermögensverwaltung übertragbar ist, insbesondere da Trends im Private Banking zunehmend eine personalisierte Kundenerfahrung in den Vordergrund stellen.
Profi-Tipp: In Vermögensverwaltungsgesellschaften führt kollegiale Führung, bei der Entscheidungen auf ein Führungsgremium verteilt statt auf eine Person konzentriert sind, in Zeiten von Marktstress tendenziell zu konsistenteren Ergebnissen. Achten Sie bei der Bewertung von Unternehmen oder Karrieremöglichkeiten auf diese Struktur.
Für alle, die eine Karriere im Asset Management oder in Family Offices anstreben, ist die praktische Lehre aus diesen Profilen eindeutig. Fachliche Qualifikationen öffnen Türen, aber die Frauen, die die Führungsebene erreichen, kombinieren dieses Fundament mit echter Neugier, der Fähigkeit, Vertrauen in Teams aufzubauen, und einer langfristigen Perspektive auf ihre eigene Entwicklung. Marmot Finance begleitet Frauen in jeder Phase dieses Weges und bietet personalisierte Vermögensverwaltung auf Basis genau dieser Prinzipien.
Wichtige Erkenntnisse
Schweizer Family Offices und die Vermögensverwaltung werden zunehmend von Frauen geleitet, die fachliche Expertise mit einer kollaborativen, werteorientierten Führung verbinden und so resiliente und leistungsstarke Institutionen schaffen.
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