Vermögensverwaltung in der Schweiz

Familienvermögensplanung in Zermatt: Ein praktischer Leitfaden

June 28, 2020
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Sofie Steinmann
Familienvermögensplanung in Zermatt: Ein praktischer Leitfaden

Der wichtigste Schritt für jede Familie mit Vermögenswerten in Zermatt ist die Erstellung eines kantonal abgestimmten Nachfolge- und Steuermodells, das anschließend in einem Testament oder Erbvertrag formalisiert wird. Das Schweizer Recht schützt bestimmte Erben durch Pflichtteile im Schweizerischen Zivilgesetzbuch, die kantonalen Erbschaftssteuersätze variieren in der Schweiz erheblich, und die Aktualisierungen des Bundesgesetzes über das Internationale Privatrecht (IPRG) von 2025 haben die Regeln für grenzüberschreitende Nachlässe verändert. Das Abwarten bis zu einem gesundheitlichen Ereignis oder einem Familienstreit führt rechtlich und finanziell fast immer zu schlechteren Ergebnissen.

Sofortige praktische Schritte:

  • Führen Sie eine vollständige Vermögensprüfung durch, die Schweizer und internationale Bestände, Vorsorgegelder (Säule 2 und 3), Immobilien und geschäftliche Beteiligungen umfasst.
  • Halten Sie ein strukturiertes Familientreffen ab, um Prioritäten, Nachfolgeabsichten und Überlegungen zu Familienunternehmen abzustimmen.
  • Beauftragen Sie einen in der Schweiz zugelassenen Anwalt oder Notar im Wallis mit der Erstellung oder Aktualisierung Ihres Testaments und gegebenenfalls eines Erbvertrags.
  • Fordern Sie eine kantonale Steuermodellierung von einem Finanzberater mit Expertise im Wallis an, die Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer und den Zeitpunkt der Übertragung berücksichtigt.
  • Kontaktieren Sie Marmot Finance für ein Erstgespräch, um Ihre gesamte Planungssituation zu erfassen und Lücken zu identifizieren.

Profi-Tipp: Buchen Sie den Anwalt und den Finanzberater parallel, nicht nacheinander. Rechtliche Gestaltung und Steuermodellierung beeinflussen sich gegenseitig; eine getrennte Vorgehensweise kostet Monate und führt oft zu Dokumenten, die nicht aufeinander abgestimmt sind.

Wichtige Erkenntnisse

Die Familienvermögensplanung in Zermatt erfordert die Kombination von Schweizer Erbrecht, kantonaler Steuermodellierung und Familien-Governance in einem koordinierten Plan. Die Reform von 2023 bedeutet zudem, dass die rechtlichen Möglichkeiten heute vielfältiger sind, als die meisten Familien annehmen.

PunktDetails
Reduzierte Pflichtteile ab 2023Der Pflichtteil für Nachkommen wurde reduziert; der Pflichtteil für Eltern wurde abgeschafft, was die Testierfreiheit erhöht.
Kantonale Steuerplanung ist unerlässlichErbschafts- und Vermögenssteuerfolgen variieren je nach Kanton stark; das Wallis befreit direkte Nachkommen von der Erbschaftssteuer, doch Vermögenssteuer und Übertragungszeitpunkt erfordern dennoch eine Modellierung.
Rechtliche Instrumente müssen koordiniert werdenTestamente, Erbverträge und Schenkungen mit vorbehaltenem Nutzniessungsrecht dienen unterschiedlichen Zwecken; die Kombination mit Lebensversicherungen verbessert sowohl die Liquidität als auch die Steuereffizienz.
Governance beugt Streitigkeiten vorEine Familienverfassung und strukturierte Treffen reduzieren Konflikte und gleichen Erwartungen vor der Vermögensübertragung ab, nicht erst danach.
Marmot Finance bietet integrierte PlanungFINMA-akkreditiert, mit kantonaler Expertise und spezialisiert auf Schweizer und europäische Familien; kontaktieren Sie uns über die Seite für Vermögensverwaltungsdienste, um ein Erstgespräch zu vereinbaren.

Was umfasst die Familienvermögensplanung für eine Familie in Zermatt konkret?

Familienvermögensplanung ist weit mehr als nur das Aufsetzen eines Testaments. Für vermögende Familien in Zermatt erstreckt sie sich über mindestens sechs miteinander verknüpfte Bereiche; vernachlässigt man einen davon, entstehen meist Probleme in den anderen.

Governance legt die Regeln fest, nach denen die Familie Entscheidungen über gemeinsames Vermögen, geschäftliche Interessen und philanthropische Aktivitäten trifft. Ohne diese Regeln werden selbst sorgfältig ausgearbeitete Rechtsdokumente oft zum Streitpunkt. Nachfolgeinstrumente sind die rechtlichen Werkzeuge – in erster Linie Testamente, Erbverträge und Eheverträge –, die die Absichten der Governance in durchsetzbare Rechte nach Schweizer Recht überführen. Steuer- und Wohnsitzmodellierung untersucht das Zusammenspiel von kantonaler Erbschafts-, Vermögens- und Einkommenssteuer mit Ihrer spezifischen Vermögensstruktur und Familiensituation. Angesichts des besonderen Steuersatzprofils im Wallis ist dies von enormer Bedeutung.

Family-Office-Struktur klärt, ob das Familienvermögen am besten über ein Single-Family-Office, ein Multi-Family-Office-Mandat oder eine direkte Beratungsbeziehung verwaltet wird, wobei jede dieser Optionen unterschiedliche regulatorische Anforderungen gemäß FINMA und FIDLEG mit sich bringt. Vorsorge und Sozialleistungen umfasst das Zusammenspiel zwischen beruflicher Vorsorge (Säule 2), privater Vorsorge (Säule 3a und 3b) und dem restlichen Nachlass, da Vorsorgegelder nicht immer so in den Nachlass fallen, wie Familien es erwarten. Philanthropie und Liquiditätsplanung vervollständigt das Bild, insbesondere für Familien mit illiquiden Vermögenswerten wie Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen, bei denen Erben unter Umständen mit Erbschaftssteuerforderungen konfrontiert sind, ohne über sofort verfügbare Barmittel zu verfügen.

Für Familien mit internationalem Vermögen oder mehreren Staatsbürgerschaften verschieben sich die Prioritäten. Grenzüberschreitende Aspekte sollten frühzeitig angegangen werden, da die Rechtswahl gemäß IPRG im Testament selbst dokumentiert sein muss, um wirksam zu sein.

Profi-Tipp: Beginnen Sie mit der Bestandsaufnahme Ihres Vermögens und den Nachfolgeinstrumenten. Governance und Philanthropie sind wichtig, können aber erst finalisiert werden, wenn die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen geklärt sind.

Wie wirkt sich das Schweizer Erbrecht auf Ihre Familie in Zermatt aus?

Die wichtigste rechtliche Tatsache für Familien in Zermatt ist: Pflichtteile sind weiterhin bindend, aber die Reform von 2023 hat den frei verfügbaren Teil Ihres Nachlasses deutlich vergrößert.

Was hat sich 2026 geändert

Unter der Erbrechtsreform 2023wurde der Pflichtteil für Nachkommen von drei Vierteln auf die Hälfte ihres gesetzlichen Anspruchs reduziert. Der Pflichtteil des Ehegatten bleibt bei der Hälfte. Entscheidend ist, dass der Pflichtteil für Eltern vollständig abgeschafft wurde. In der Praxis bedeutet dies, dass nun ein größerer frei verfügbarer Teil für Schenkungen, wohltätige Zuwendungen oder die gezielte Zuweisung von Vermögenswerten an bestimmte Kinder oder den überlebenden Partner über deren gesetzlichen Anteil hinaus zur Verfügung steht.

Für eine Familie mit zwei erwachsenen Kindern und einem überlebenden Ehepartner bedeutet dies in der Praxis, dass ein größerer Teil des Nachlasses per Testament dem Ehepartner, einem bestimmten Kind oder einer Stiftung zugewendet werden kann, ohne Pflichtteilsansprüche auszulösen. Diese zusätzliche Flexibilität macht eine professionelle Gestaltung wertvoller, nicht weniger, da die Optionen nun komplexer sind.

Der Chambers and Partners Praxisleitfaden für die Schweiz weist darauf hin, dass kantonale Erbschaftssteuersätze und Freibeträge stark variieren. Während direkte Nachkommen in vielen Kantonen oft befreit sind oder niedrige Sätze zahlen, können nicht verwandte Erben in einigen Rechtsordnungen mit relativ hohen Sätzen konfrontiert werden. Allein diese Unterschiede rechtfertigen ein kantonspezifisches Modell, bevor Entscheidungen über Vermögensübertragungen getroffen werden.

Grenzüberschreitende Familien und das IPRG

Seit Januar 2025 ermöglichen Aktualisierungen des IPRG grenzüberschreitenden Familien eine präzisere Wahl des anwendbaren Rechts für Teile eines Nachlasses mit internationalem Vermögen. Die Wahl Ihres nationalen Rechts in einem Testament ist ein wirkungsvolles Instrument, muss jedoch mit entsprechenden güterrechtlichen Entscheidungen und korrekt verfassten Testamenten in jeder relevanten Jurisdiktion einhergehen. Eine Rechtswahlklausel, die mit lokalen Formvorschriften in einem anderen Land kollidiert, kann für ungültig erklärt werden, wie Goldblums Praktiker in ihrem Leitfaden für internationale Nachlässe konsequent betonen.

Ein kurzes Fallbeispiel: Ein in Zermatt wohnhaftes Paar, ein Schweizer und ein deutscher Staatsangehöriger, mit Immobilien in beiden Ländern. Ohne Rechtswahlklausel unterliegt der Schweizer Nachlass dem Schweizer Recht und das deutsche Eigentum dem deutschen Recht, was potenziell zwei verschiedene Pflichtteilsregelungen und zwei Erbschaftssteuersysteme auslöst. Ein gut gestaltetes Testament mit einer IPRG-Rechtswahlklausel, koordiniert mit einem deutschen Notar, kann dies erheblich vereinfachen.

Profi-Tipp: Wenn Sie Vermögenswerte in mehr als einem Land halten, sollten Sie unbedingt von einem Schweizer Anwalt prüfen lassen, ob Ihr bestehendes Testament eine gültige Rechtswahlklausel enthält. Viele ältere Testamente weisen diese nicht auf, was bei der Nachlassabwicklung zu kostspieligen Komplikationen führen kann.

Einen umfassenderen Überblick über die Formalitäten der Nachlassplanung in der Schweiz bietet der Leitfaden für die Nachlassplanung , der praktische Umsetzungsschritte für vermögende Familien aufzeigt.

Warum ist Ihr Wohnkanton für die Steuerplanung so entscheidend?

Der Wohnkanton und der Standort der Vermögenswerte haben wesentliche Auswirkungen auf die steuerliche Situation von Familien in Zermatt. Dies ist kein unbedeutendes Detail; es kann über eine Generation hinweg einen Unterschied von mehreren hunderttausend Franken ausmachen.

Das Wallis und das Steuerprofil von Zermatt

Das Wallis gilt für direkte Nachkommen als moderat vorteilhafter Kanton. Erbschaften zwischen Ehegatten sowie an direkte Nachkommen sind im Wallis von der kantonalen Erbschaftssteuer befreit, was dem Standard vieler Schweizer Kantone entspricht. Die Vermögenssteuer wird auf kantonaler und kommunaler Ebene erhoben, wobei der Gemeindesteuerfuss von Zermatt bei der Modellierung der jährlichen Kosten für das Halten von bedeutendem Vermögen in der Gemeinde eine wichtige Rolle spielt.

Für Familien, die eine Pauschalbesteuerung in Betracht ziehen, hält der Jurisdiktionsleitfaden des Family Office Advisory fest, dass die kantonalen Mindestausgaben stark variieren: Zug setzt eine Untergrenze von 400.000 CHF, Genf von 800.000 CHF und Waadt von 1.000.000 CHF. Ein im November 2023 bekannt gewordener Vorschlag auf Bundesebene sieht vor, die Mindestbemessungsgrundlage auf 500.000 CHF anzuheben und den Mietwertmultiplikator auf das Neunfache zu erhöhen; dies ist zwar noch hängig, sollte aber in jede langfristige Modellierung einbezogen werden. Da Zermatt selbst keine Pauschalbesteuerung anbietet, müssen Familien, die dieses Modell anstreben, einen kantonalen Wohnsitzwechsel als eigenständige Entscheidung betrachten.

Bei der Beratung von Familien zur Wohnsitzverlegung oder zur Gründung eines Family Office erstellen Experten routinemäßig eine Zehnjahresprognose der Nachsteuerrendite für verschiedene Kantone, wobei sie geplante Gesetzesänderungen und moderate Annahmen zum Portfoliowachstum berücksichtigen.

Was ein kantonales Steuermodell beinhalten muss

Ein realistisches kantonales Steuermodell für eine Zermatter Familie erfordert die folgenden Eingabedaten:

  • Aktuelle Vermögenswerte nach Kategorien (Finanzvermögen, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Vorsorgegelder).
  • Familienstruktur (Anzahl der Erben, Aufenthaltsstatus der einzelnen Personen, etwaige nicht-schweizerische Staatsangehörigkeit).
  • Voraussichtlicher Zeitpunkt der Vermögensübertragung und wahrscheinliche Abfolge von Todesfällen oder Schenkungen.
  • Geplante Änderungen der Vermögensstruktur, wie etwa ein Unternehmensverkauf oder der Erwerb von Immobilien.
  • Bestehende Rechtsinstrumente (Testamente, Erbverträge, Eheverträge).

Profi-Tipp: Bitten Sie Ihren Berater, das Modell unter mindestens zwei Szenarien durchzurechnen: eines auf Basis der aktuellen Gesetzeslage und eines unter Berücksichtigung der anstehenden Änderungen bei der Pauschalbesteuerung auf Bundesebene. Der Unterschied in den Ergebnissen verdeutlicht oft, ob sich eine strukturelle Änderung lohnt.

Zu den lokalen Formalitäten in Zermatt und im Wallis gehören die Registrierung von Testamenten im kantonalen Register, die Notariats- und Beurkundungspflicht für Erbverträge und bestimmte Schenkungen sowie die Abstimmung mit der kantonalen Steuerverwaltung des Wallis (Service cantonal des contributions) bei bedeutenden Vermögensübertragungen oder Unternehmensnachfolgen.

Welche Rechtsinstrumente nutzen Schweizer Familien in Zermatt üblicherweise?

Testamente, Erbverträge und Schenkungen mit vorbehaltenem Nutzniessungsrecht sind die am häufigsten genutzten Instrumente für Familien in Zermatt. Lebensversicherungen und Familienstiftungen spielen eine wichtige unterstützende Rolle, und Offshore-Trusts kommen in grenzüberschreitenden Strukturen vor, obwohl sie in der Schweiz keine anerkannte inländische Rechtsform darstellen.

Die wichtigsten Instrumente und ihre Funktionsweise

Testamente bilden den Ausgangspunkt. Sie sind flexibel, widerrufbar und können Rechtswahlklauseln für grenzüberschreitende Nachlässe enthalten. Ihre Haupteinschränkung besteht darin, dass sie Pflichtteile respektieren müssen und von Erben innerhalb einer gesetzlichen Frist angefochten werden können.

Erbverträge sind verbindliche Vereinbarungen zwischen dem Erblasser und einem oder mehreren Erben, die notariell beurkundet werden müssen. Sie sind schwieriger einseitig zu widerrufen, was sie nützlich für die Unternehmensnachfolge macht oder wenn Planungssicherheit wichtiger ist als Flexibilität. Die Nachlassberatung von Goldblum unterstreicht, dass das Zusammenspiel zwischen Güterstand und Erbvertrag eine wiederkehrende Komplexität darstellt, insbesondere wenn ein Ehepartner deutlich mehr Vermögen in die Ehe einbringt.

Schenkungen mit vorbehaltenem Nutzniessungsrecht ermöglichen es einem Elternteil, das nackte Eigentum an einem Vermögenswert, typischerweise einer Immobilie, auf ein Kind zu übertragen, während das Recht zur Nutzung oder zum Erhalt der Erträge zu Lebzeiten gewahrt bleibt. Dies reduziert den steuerpflichtigen Nachlass im Todesfall und sichert gleichzeitig die wirtschaftliche Position des Elternteils. PBM Avocats identifiziert dies als eine der primären Techniken zur Steueroptimierung in der Schweizer Nachlassplanung.

Lebensversicherungen erfüllen in der Schweizer Planung einen doppelten Zweck. Sie ermöglichen die direkte Begünstigtenregelung ausserhalb des Nachlassverfahrens und stellen sofortige Liquidität zur Begleichung von Erbschaftssteuern oder Nachlasskosten bereit. Policen der Säule 3b sind besonders flexibel bei der Begünstigtenregelung und können die Verzögerungen der Nachlassverwaltung teilweise umgehen. Für einen detaillierten Blick darauf, wie Lebensversicherungen die Vermögensübertragung strukturieren, lohnt es sich, die Mechanismen der Begünstigtenregelung und die steuerliche Behandlung zu prüfen, bevor eine Police abgeschlossen wird.

Schweizer Familienstiftungen existieren als inländisches Vehikel, unterliegen jedoch strengen Regeln hinsichtlich zulässiger Ausschüttungen und Governance. Eine im Februar 2024 angenommene parlamentarische Motion hat den Bundesrat beauftragt, einen Gesetzesentwurf zur Lockerung einiger dieser Beschränkungen auszuarbeiten, was PwC Schweiz könnten den Nutzen von Stiftungen bei der Nachlassplanung nach ihrem Inkrafttreten erheblich erweitern. Bis diese Gesetzgebung in Kraft tritt, bleiben Stiftungen ein spezialisiertes Instrument, das eine sorgfältige rechtliche Beratung erfordert.

Offshore-Trusts werden von einigen in der Schweiz ansässigen Familien mit internationalem Vermögen genutzt und unterliegen in der Regel dem Recht von Jersey, Guernsey oder Liechtenstein. Die Schweiz verfügt über kein eigenes Trust-Recht, erkennt jedoch ausländische Trusts im Rahmen des Haager Übereinkommens an. Die steuerliche Behandlung hängt von der spezifischen Struktur und dem Wohnsitzkanton der Begünstigten ab.

Für Familien, die ein Unternehmen übergeben möchten, ist eine fundierte Bewertung der Unternehmensanteile unerlässlich. Diskrepanzen zwischen der Bewertung durch die Familie und der Einschätzung der Steuerbehörden können günstige steuerliche Behandlungen gefährden oder zu unerwarteten Ausgleichszahlungen für Erben führen, die nicht-betriebliches Vermögen erhalten.

Profi-Tipp: Die Kombination einer Schenkung unter Vorbehalt des Nutzniessungsrechts an der Familienimmobilie mit einer Lebensversicherung zugunsten desselben Erben kann sowohl eine sofortige Eigentumsübertragung als auch einen Liquiditätspuffer im Todesfall bieten, ohne die Pflichtteile am Nachlass neu strukturieren zu müssen.

Für praktische Hinweise zur Übertragung von Unternehmensvermögen bietet der Leitfaden zur Unternehmensnachfolge für Schwyz detaillierte Informationen zu Bewertung und Übertragungsmechanismen.

The main instruments and how they work — overview diagram

Warum ist die Familien-Governance genauso wichtig wie rechtliche Dokumente?

Governance beugt Streitigkeiten vor und stimmt Erwartungen ab, bevor eine Krise das Thema erzwingt. Ein rechtlich einwandfreies Testament kann dennoch zu jahrelangen Familienkonflikten führen, wenn die zugrunde liegenden Absichten zu Lebzeiten der Gründergeneration nie kommuniziert und vereinbart wurden.

Praktische Governance-Instrumente

Eine Familienverfassung ist ein rechtlich nicht bindendes Dokument, das die gemeinsamen Werte, Entscheidungsprozesse und Erwartungen der Familie an die nächste Generation festlegt. Sie regelt in der Regel, wer an Familientreffen teilnehmen darf, wie Streitigkeiten beigelegt werden, welche Kriterien für Familienmitglieder beim Eintritt in das Familienunternehmen gelten und wie philanthropische Prioritäten gesetzt werden. Sie ersetzt keine rechtlichen Instrumente, verleiht ihnen jedoch Kontext und verringert die Wahrscheinlichkeit von Anfechtungen.

Hands placing family charter booklet on table

Strukturierte Familientreffen mit einer definierten Agenda und einem neutralen Moderator sind effektiver als informelle Gespräche. Sie schaffen eine Dokumentation der Entscheidungen, ermöglichen der nächsten Generation, Fragen zu stellen, und bringen Meinungsverschiedenheiten frühzeitig ans Licht, solange sie noch handhabbar sind. Ein Rhythmus von ein bis zwei Treffen pro Jahr ist bei Familien mit bedeutendem gemeinsamen Vermögen üblich.

Bildungsprogramme für die nächste Generation, die Themen wie Finanzwissen, Anlageprinzipien und die Verantwortung im Umgang mit geerbtem Vermögen abdeckt, verringert das Risiko von Fehlentscheidungen nach einer Vermögensübertragung. Mehrere Schweizer Privatbanken und unabhängige Berater bieten hierfür strukturierte Programme an.

Entscheidungsprotokolle bei bedeutenden Vermögenstransaktionen, wie dem Verkauf einer Immobilie oder der Änderung des Anlagemandats, verhindern einseitige Handlungen, die familiäre Beziehungen belasten oder steuerliche Folgen nach sich ziehen könnten.

Eine Governance-Checkliste für Familien zur Anpassung:

  • Legen Sie fest, wer für die einzelnen Anlageklassen entscheidungsbefugt ist.
  • Legen Sie einen Sitzungsrhythmus fest und ernennen Sie einen Familiensekretär oder Koordinator.
  • Vereinbaren Sie Kommunikationsregeln (was wird mit allen Familienmitgliedern geteilt, was bleibt vertraulich).
  • Dokumentieren Sie Nachfolgekriterien für jede Beteiligung am Familienunternehmen.
  • Überprüfen Sie die Familienverfassung alle drei bis fünf Jahre oder nach einem bedeutenden Ereignis in der Familie.

Profi-Tipp: Binden Sie die nächste Generation in Governance-Diskussionen ein, bevor sie etwas erbt. Familien, die mit der Einführung von Governance-Strukturen bis nach der Vermögensübertragung warten, empfinden die Gespräche fast immer als schwieriger, nicht als einfacher.

Für eine umfassendere Diskussion über Governance im Rahmen einer langfristigen Vermögensplanung bietet der Leitfaden für Generationen-Vermögensverwaltung Einblicke in die Schnittstelle zwischen Governance und Anlagestrategie.

Single-Family-Office, Multi-Family-Office oder Beratungsmandat: Was passt zu Ihrer Situation?

Ein Single-Family-Office (SFO) wird in der Regel dann wirtschaftlich sinnvoll, wenn das investierbare Vermögen einer Familie eine hohe Schwelle überschreitet und die Komplexität der Angelegenheiten ein eigenes Team rechtfertigt. Unterhalb dieser Schwelle bietet ein Multi-Family-Office (MFO)-Mandat oder eine direkte Beratungsbeziehung mit einem regulierten Vermögensverwalter meist vergleichbare Qualität zu einem Bruchteil der Kosten.

Kosten und regulatorische Überlegungen

Der Betrieb eines Single-Family-Office in der Schweiz ist mit Personalkosten, Compliance-Infrastruktur und laufendem regulatorischem Aufwand verbunden. Der Jurisdiktionsleitfaden für Family-Office-Beratung hält fest, dass Schweizer Family-Offices von einer Ausnahme unter dem FIDLEG profitieren, wenn sie ausschliesslich Vermögenswerte für direkte Verwandte verwalten. Sollte jedoch ein zweiter Familienzweig oder nicht-direkte Verwandte einbezogen werden oder Kapital von Dritten verwaltet werden, können eine Lizenzierung als Portfoliomanager sowie aufsichtsrechtliche Meldepflichten gegenüber der FINMA ausgelöst werden. Familien sollten den Umfang der Dienstleistungen und den Kreis der betreuten Familienmitglieder präzise dokumentieren, da bereits kleine verfahrenstechnische Fehler eine Aufsichtspflicht begründen können.

Eine regulatorische Checkliste für Familien, die eine Schweizer Family-Office-Struktur in Erwägung ziehen:

  • Prüfen Sie, ob alle Begünstigten in direkter Linie verwandt sind; falls nicht, bewerten Sie die FINSA-Lizenzierungspflichten.
  • Registrieren Sie sich bei einer Aufsichtsorganisation zur Bekämpfung von Geldwäsche (GwG), sofern erforderlich.
  • Dokumentieren Sie den Kreis der Familienmitglieder sowie die erbrachten Dienstleistungen.
  • Bestellen Sie einen Compliance-Beauftragten oder einen externen Compliance-Berater, falls die Struktur über die Ausnahme für direkte Verwandte hinauswächst.
  • Überprüfen Sie die Struktur jährlich, da sich die Familienzusammensetzung durch Heirat, Scheidung oder Geburt ändern kann.

Für Familien unterhalb der SFO-Schwelle bietet ein MFO oder ein Beratungsmandat mit einem FINMA-akkreditierten Verwalter regulatorischen Schutz, professionelle Governance und Zugang zu institutionellem Investmentmanagement ohne den Verwaltungsaufwand einer eigenen Einheit. Der Leitfaden für Family-Office-Dienstleistungen in St. Moritz veranschaulicht, wie dieses Modell in der Praxis für Alpenfamilien mit komplexem Vermögen funktioniert.

Ein sechsstufiger Planungsprozess für Familien in Zermatt

Die sechs Schritte sind: Vermögensprüfung, Familienanalyse, steuerliche und rechtliche Modellierung, Szenarioentwicklung, Umsetzung und regelmäßige Überprüfung. Diese Abfolge, die von Schweizer Beratern und Kanzleien wie PBM Avocats empfohlen wird, stellt sicher, dass jede Phase auf der vorherigen aufbaut und die Umsetzung mit lokalen Notaren und Steuerbehörden koordiniert wird.

Unterlagen und Informationen für das erste Planungsgespräch:

  • Aktuelle Testamente, Erbverträge und bestehende Eheverträge.
  • Vermögensaufstellung oder aktuelle Bank- und Depotauszüge.
  • Details zu geschäftlichen Beteiligungen, einschließlich Aktionärsstruktur und aktueller Bewertungen.
  • Pensionskassenausweise (2. Säule) und Angaben zu Konten der 3. Säule.
  • Details zu bestehenden Lebensversicherungen und deren Begünstigtenregelungen.
  • Angaben zum Wohnsitz und zur Staatsbürgerschaft aller Familienmitglieder.
  • Bestehende grenzüberschreitende rechtliche Vereinbarungen (ausländische Trusts, Offshore-Strukturen).

Profi-Tipp: Die Vermögensprüfung deckt fast immer Lücken auf: Pensionskassenguthaben ohne begünstigte Person, Immobilien im Privatbesitz, die in eine Struktur gehören, oder ein Testament, das vor einem bedeutenden Vermögenserwerb erstellt wurde. Hier anzusetzen, spart bei jedem weiteren Schritt Zeit.

Für eine detaillierte Anleitung zum langfristigen Planungsprozess bietet der Leitfaden zur generationsübergreifenden Vermögensplanung für die Schweiz den gesamten Überblick von der Prüfung bis zur Überprüfung.

Wie finden Sie den richtigen Berater für die Familienvermögensplanung in der Nähe von Zermatt?

Das wichtigste Kriterium ist direkte Erfahrung mit dem Schweizer Erbrecht und kantonalen Steuermodellen, insbesondere im Wallis oder in den angrenzenden Kantonen. Allgemeine Finanzplanungserfahrung reicht für Familien mit bedeutendem Vermögen, grenzüberschreitenden Aspekten oder einem zu übertragenden Unternehmen nicht aus.

Fragen an einen potenziellen Berater

  • Wie viele Schweizer Nachlassmandate haben Sie in den letzten drei Jahren abgeschlossen und können Sie einen grenzüberschreitenden Fall beschreiben?
  • Arbeiten Sie mit einem qualifizierten Schweizer Anwalt oder Notar zusammen und wie ist diese Beziehung strukturiert?
  • Sind Sie FINMA-akkreditiert oder arbeiten Sie unter einer FINMA-beaufsichtigten Institution?
  • Wie gehen Sie mit Interessenkonflikten um, insbesondere wenn ein Erbe gleichzeitig Kunde ist?
  • Wie sieht Ihr Gebührenmodell aus: Prozentsatz des verwalteten Vermögens, Stundensatz, festes Projekthonorar oder eine Kombination?
  • Können Sie Referenzen von Familien mit einem ähnlichen Vermögensprofil und Komplexitätsgrad nennen?
  • Wie halten Sie sich über kantonale Steueränderungen und eidgenössische Gesetzesentwürfe auf dem Laufenden?

Warnsignale, auf die Sie achten sollten

  • Keine etablierte Zusammenarbeit mit einem lokalen Schweizer Anwalt oder Notar im Wallis.
  • Versprechen von „Steuergeheimnissen“ oder Strukturen, die über das hinausgehen, was das Schweizer Recht derzeit zulässt.
  • Vage oder nicht offengelegte Gebührenvereinbarungen, insbesondere wenn Produktprovisionen nicht ausgewiesen werden.
  • Unfähigkeit, die Erbrechtsreform 2023 oder die Änderungen des IPRG in einfachen Worten zu erklären.
  • Ein Einheitsansatz ohne kantonspezifische Modellierung.

Marmot Finance ist ein FINMA-akkreditierter Vermögensverwalter mit spezifischer Erfahrung in der Familien- und Nachfolgeplanung für Schweizer und europäische Kunden. Das Unternehmen bietet kantonal ausgerichtete Finanzberatung, Multi-Währungs-Portfoliomanagement in CHF, EUR und USD sowie einen strukturierten Planungsprozess, der auf der oben beschriebenen Sechs-Schritte-Methodik basiert. Um ein Kennenlerngespräch zu vereinbaren, kontaktieren Sie Marmot Finance direkt über deren Seite für Vermögensverwaltungsdienstleistungen.

Profi-Tipp: Bitten Sie jeden Berater, Ihnen ein echtes (anonymisiertes) Modellierungsbeispiel für einen Kanton anhand eines früheren Kundenfalls zu erläutern. Ein Berater, der dies klar und ohne Fachjargon tun kann, ist mit ziemlicher Sicherheit der richtige Spezialist für Sie.

Eine Anmerkung von Marmot Finance

Bei Marmot Finance arbeiten wir mit Familien in der ganzen Schweiz zusammen, die genau vor den Fragen stehen, die dieser Leitfaden behandelt: Wie schützt man das Erarbeitete, wie gibt man es fair weiter und wie lässt sich dies ohne unnötige Steuerlasten oder familiäre Konflikte umsetzen? Unser Ansatz kombiniert präzise Finanzmodellierung mit echter Aufmerksamkeit für die menschliche Seite der Vermögensplanung, da beides untrennbar miteinander verbunden ist. Wir sind FINMA-akkreditiert, unabhängig und konzentrieren uns ausschließlich auf Schweizer und europäische Kunden. Wir glauben nicht an Standardlösungen und arbeiten nicht mit Familien zusammen, deren Situation wir nicht optimal betreuen können. Wenn Sie in oder bei Zermatt ansässig sind und sich ein klares Bild über den Stand Ihrer Planung machen möchten, freuen wir uns auf ein Gespräch.

Marmot Finance: Dienstleistungen zur Familienvermögensplanung für Familien in Zermatt

Marmot Finance bietet etwas, das die meisten traditionellen Vermögensverwalter nicht leisten: einen wirklich integrierten Service, der Finanzmodellierung, Investmentmanagement und die Koordination der Nachfolgeplanung aus einer Hand abdeckt – ohne den Overhead eines vollständigen Single-Family-Office. Für Familien in Zermatt mit Vermögenswerten in CHF, EUR oder USD bedeutet dies kantonal ausgerichtete Steuermodellierung, Multi-Währungs-Portfoliomanagement und strukturierte Planungsunterstützung durch ein FINMA-akkreditiertes Team, das sowohl den Schweizer Rechtsrahmen als auch die praktischen Realitäten grenzüberschreitender Familienvermögen versteht.

Die Dienstleistungen des Unternehmens decken direkt die wichtigsten Planungsdimensionen ab: Koordination von Nachfolge- und Erbschaftsplanung, kantonale Steuermodellierung, Unterstützung bei der Familien-Governance und Verwaltung von Anlagemandaten. Marmot Finance arbeitet mit Familien unterschiedlichster Vermögensprofile zusammen – von solchen, die ihren ersten formellen Plan erstellen, bis hin zu Familien, die generationsübergreifende Strukturen verwalten. Die Honorarvereinbarungen sind transparent und vermögensbasiert, ohne versteckte Produktprovisionen.

Um zu beginnen, fordern Sie ein Einführungsgespräch über die Vermögensverwaltungsseite von Marmot Finance an. Bringen Sie Ihre aktuelle Vermögensaufstellung, vorhandene rechtliche Dokumente und eine Übersicht Ihrer Familienstruktur mit. Das erste Gespräch dient der diagnostischen Bestandsaufnahme und ist kein Verkaufsgespräch.

Quellen

Die folgenden Quellen dienten als Grundlage für diesen Leitfaden und sind für weiterführende Details empfehlenswert.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung durch einen qualifizierten Finanzberater. Konsultieren Sie einen qualifizierten Finanzexperten bezüglich Ihrer persönlichen Umstände, bevor Sie aufgrund dieser Informationen handeln.

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Dieser Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Entscheidungen bezüglich Ihres Portfolios sollten auf Ihren persönlichen Umständen, Ihrer Risikobereitschaft, Ihren Liquiditätsbedürfnissen und professioneller Beratung basieren.

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