Vermögensverwaltung in der Schweiz

Frauen: Die am stärksten vernachlässigte Zielgruppe in der Vermögensverwaltung

February 9, 2020
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Sofie Steinmann
Frauen: Die am stärksten vernachlässigte Zielgruppe in der Vermögensverwaltung

Frauen in der Schweiz kontrollieren einen wachsenden Anteil des Privatvermögens, doch die Vermögensverwaltungsbranche entwickelt ihre Produkte und Dienstleistungen weiterhin auf Basis von Erwerbsbiografien, die nicht der Lebensrealität der meisten Frauen entsprechen. Die Geschlechterkluft beim Vermögen ist nicht nur eine Frage des Einkommens. Sie reicht tiefer – bis hin zur Altersvorsorge, dem Vertrauen in Investitionen und den strukturellen Annahmen, die der Finanzberatung zugrunde liegen. Das Ergebnis ist eine bedeutende Gruppe von Anlegerinnen, die schlecht betreut und oft missverstanden wird – und sich dessen zunehmend bewusst ist.

Wichtige Fakten zu Anlegerinnen in der Schweiz:

  • Frauen in der Schweiz sind von einer Geschlechterkluft bei der Altersvorsorge von 29,9 % betroffen; sie erhalten durchschnittlich 37.267 CHF pro Jahr gegenüber 53.153 CHF bei Männern.
  • Frauen erhalten seltener Leistungen aus der beruflichen Vorsorge als Männer (53,7 % gegenüber 73,1 %), und wenn sie diese erhalten, fallen sie im Durchschnitt um 42 % niedriger aus.
  • Fast zwei Drittel der Schweizer Frauen berichten von finanziellen Herausforderungen, verglichen mit 52 % der Männer.
  • Sicherheit ist für Frauen bei der Geldanlage weitaus wichtiger als langfristiger Vermögensaufbau oder Rendite.
  • Frauen stellen in der Schweiz einen großen adressierbaren Markt dar, werden jedoch von einem System, das primär auf wohlhabende Männer ausgerichtet ist, weiterhin vernachlässigt.

Warum Anlegerinnen in der Schweiz vor größeren Hürden stehen

Die Rentenlücke ist das sichtbarste Symptom eines umfassenderen strukturellen Problems. Erwerbsunterbrechungen aus familiären Gründen, Teilzeitarbeit und lückenhafte Erwerbsbiografien reduzieren die Beiträge zur zweiten Säule, dem Schweizer System der beruflichen Vorsorge. Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit häufiger und arbeiten öfter in Teilzeit als Männer – vor allem aus familiären Gründen –, und die finanziellen Folgen summieren sich über Jahrzehnte.

Die Lücke ist bei verheirateten Rentenempfängerinnen am größten, was jedoch teilweise die Zusammenlegung des Haushaltseinkommens widerspiegelt. Bei geschiedenen Frauen verringert sich die Lücke zwar, doch die finanzielle Anfälligkeit bleibt bestehen. Die Schweizer Geschlechterkluft bei der Altersvorsorge liegt über dem europäischen Durchschnitt und ist damit eine der ausgeprägtesten auf dem Kontinent.

Jenseits der Altersvorsorge sehen sich Frauen mit institutionellen Barrieren konfrontiert, die weitgehend unberücksichtigt bleiben. Mangelndes Vertrauen in Banken, Unsicherheit bezüglich Anlagerisiken und das Gefühl, zu wenig Wissen zu besitzen, werden von etwa jeder fünften Schweizerin als Gründe genannt, warum sie nicht investiert. Dies sind keine persönlichen Defizite. Sie spiegeln eine Branche wider, die ihre Produkte und Kommunikationsstile nicht auf die tatsächlichen Lebensumstände von Frauen ausgerichtet hat.

Herausforderungen für Anlegerinnen in der Schweiz:

  • Rentenlücken durch Erwerbsunterbrechungen und Teilzeitarbeit.
  • Finanzprodukte, die auf lückenlose Vollzeiterwerbsbiografien ausgelegt sind.
  • Vertrauensdefizite gegenüber traditionellen Finanzinstituten.
  • Wahrgenommene Komplexität und ein Mangel an zugänglicher, unabhängiger Aufklärung.
  • Ein Vermögensgefälle zwischen den Geschlechtern in der Schweiz, das größer ist als in vergleichbaren Ländern wie Australien.

Wie Vermögensverwalter Anlegerinnen wirklich unterstützen können

Der Ausgangspunkt ist das Produktdesign. Eine Studie von BNY Mellon aus dem Jahr 2021 ergab, dass 73 % der Vermögensverwalter zugeben, ihre Produkte primär für Männer zu entwickeln. Um diese Lücke zu schließen, müssen Vorsorgepläne geschaffen werden, die Erwerbsunterbrechungen berücksichtigen, Anlageprodukte, die auf die Werte von Frauen abgestimmt sind, sowie Gebührenstrukturen, die kleinere oder unregelmäßige Einzahlungen nicht benachteiligen.

Infographic showing key statistics about women investors

Vertrauen entsteht durch Transparenz und Personalisierung, nicht durch pinkes Branding. Das Hauptmotiv von Frauen bei der Finanzplanung ist Stabilität und Sicherheit: 52 % möchten trotz steigender Kosten finanziell stabil bleiben und 49 % sparen für eine sicherere Zukunft. Eine Beratung, die diese Motive direkt anspricht, statt standardmäßig auf Renditemaximierung zu setzen, erzielt eine ganz andere Wirkung.

Two women engaged in relaxed financial discussion

Profi-Tipp: Vermeiden Sie „Female-Investing-Washing“. Teure Bildungskurse oder oberflächlich umbenannte Produkte werden den finanziellen Bedürfnissen von Frauen nicht gerecht. Echter Mehrwert bedeutet, sich zunächst mit Sparen, Schuldenmanagement und Risiken zu befassen, bevor Investitionen empfohlen werden, und diese Dienstleistungen fair zu bepreisen.

Digitale Tools und hybride Beratungsmodelle erreichen Frauen, die sich in einer traditionellen Privatbank möglicherweise nicht wohlfühlen. Der finanzielle Lebenszyklus einer Frau in der Schweiz unterscheidet sich vom Standardmodell, und die unterstützenden Instrumente sollten dies widerspiegeln.

Strategische Maßnahmen für Vermögensverwalter:

  • Entwickeln Sie flexible Vorsorgeprodukte, die Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrechungen berücksichtigen.
  • Nutzen Sie eine klare, direkte Kommunikation, die Sicherheit und Stabilität über fachchinesische Renditeprognosen stellt.
  • Bieten Sie eine hybride Beratung aus digitalen und persönlichen Elementen an, um die Einstiegshürden zu senken.
  • Gestalten Sie die Preise für Bildungs- und Coaching-Angebote fair und vermeiden Sie ausbeuterische Kursgebühren.
  • Integrieren Sie Gemeinschaft und Peer-Learning in das Kundenerlebnis.

Warum finanzielle Bildung der langfristige Hebel ist

Finanzielle Bildung ist das Fundament, aber nur, wenn sie wirklich zugänglich und unabhängig ist. Wie Therese Faessler von Invested.ch bereits feststellte, ist es kontraproduktiv, Frauen zum Investieren zu ermutigen, bevor sie die Grundlagen von Sparen, Schuldenmanagement und Risiken verstehen. Bildung muss in der richtigen Reihenfolge erfolgen und fair bepreist sein. 3.000 CHF für einen Finanzkurs zu verlangen, bevor eine Frau über grundlegendes Investitionswissen verfügt, verfehlt den Zweck komplett.

Community-Plattformen und Bildungsprogramme für Frauen stärken das Selbstvertrauen und die Teilhabe an den Finanzmärkten. Plattformen wie iconomix.ch, das Bildungsangebot der Schweizerischen Nationalbank, bieten einen Einstieg in die finanzielle Grundbildung für Schüler. Über die formale Bildung hinaus schaffen Peer-Communities, in denen Frauen Erfahrungen austauschen, anderen Anlegerinnen folgen und Mentoring finden können, ein nachhaltiges Engagement, das einmalige Seminare nicht leisten können.

Bildungsprogramme, die für Frauen funktionieren, zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:

  • Sie behandeln Sparen und Schuldenmanagement vor dem Investieren.
  • Sie sind preislich zugänglich und keine Premium-Produkte.
  • Sie behandeln Frauen als informierte Erwachsene und nicht als ungebildete Männer.
  • Sie verbinden Inhalte mit Gemeinschaft und Vorbildern.
  • Sie verknüpfen finanzielle Entscheidungen mit persönlichen Werten, nicht nur mit finanziellen Renditen.

Frauen haben ein anderes Verständnis von Werten, als es das Standard-Finanzmodell annimmt. Anbieter, die erkennen, dass Frauen neben der persönlichen auch die gesellschaftliche Resilienz am Herzen liegt, und dies in ihr Bildungsangebot integrieren, verzeichnen tendenziell ein stärkeres langfristiges Engagement.

Marmot Finance: Speziell für Frauen in der Schweiz entwickelt

Marmot Finance ist ein FINMA-lizenzierter Schweizer Vermögensverwalter, der sich darauf spezialisiert hat, Anlegerinnen durch ein hybrides Modell aus digitalen Tools und persönlicher Beratung zu unterstützen. Es ist einer der wenigen Vermögensverwalter in der Schweiz, der von Grund auf auf die tatsächlichen finanziellen Realitäten von Frauen ausgerichtet ist, anstatt ein männlich geprägtes Modell lediglich mit weiblichem Branding zu versehen.

Die wichtigsten Merkmale des Ansatzes von Marmot Finance:

  • Investitionseinstieg zu zugänglichen Konditionen, wodurch professionelle Vermögensverwaltung auch unterhalb der traditionellen Schwelle für vermögende Privatkunden verfügbar wird.
  • Global diversifizierte Anlageprodukte, die speziell für Frauen konzipiert wurden und für Privatanleger normalerweise nicht zugänglich sind.
  • Niedrige Anlagekosten und Gebühren bei transparenter Preisgestaltung.
  • Ein Netzwerk aus Finanzcoachs, Finanzplanerinnen und einer Community für den Austausch unter Gleichgesinnten.
  • Bildungsressourcen und Finanzcoaching, die direkt in das Kundenerlebnis integriert sind.
  • Über 350 Frauen haben bereits mit Marmot Finance zusammengearbeitet, um ihre finanzielle Situation zu verbessern.

Marmot Finance erschließt den 245 Milliarden CHF großen Markt, den Schweizer Frauen repräsentieren – ein Segment, das von traditionellen Vermögensverwaltern bisher konsequent vernachlässigt wurde. Für Frauen, die professionelle Vermögensverwaltung suchen, die ihre Karrierewege, Werte und langfristigen Ziele widerspiegelt, bietet Marmot Finance eine glaubwürdige, regulierte Alternative zum klassischen Private-Banking-Modell.

Wer sind Anlegerinnen in der Schweiz?

Anlegerinnen in der Schweiz sind keine homogene Gruppe. Demografisch gesehen reicht das Spektrum von berufstätigen Frauen, die Karriereunterbrechungen bewältigen, über geschiedene oder verwitwete Frauen, die erstmals die alleinige Kontrolle über ihre Haushaltsfinanzen übernehmen, bis hin zu gut verdienenden Frauen in Doppelverdiener-Haushalten, die eine unabhängige Finanzplanung wünschen. Jede Gruppe hat unterschiedliche Bedürfnisse und Vorerfahrungen mit Finanzdienstleistungen.

Psychografisch zeigt die Studie „UBS Women’s Perspectives 2026“, dass Sicherheit und Stabilität die wichtigsten finanziellen Motive von Frauen sind, wobei 46 % zudem selbstbewusste und eigenverantwortliche Entscheidungen über ihr Geld treffen möchten. Frauen sind von Natur aus nicht risikoscheu, sondern risikobewusst – und sie wünschen sich eine Beratung, die diesen Unterschied respektiert. Die Anlageberatung , die bei ihnen Anklang findet, ist fundiert, transparent und stärker mit Lebenszielen verknüpft als mit abstrakter Marktentwicklung.

Close-up of woman's hands reviewing financial charts

Ein beachtlicher Teil der Schweizer Frauen sucht derzeit überhaupt keine Finanzinformationen. Diese Zahl deutet auf eine Lücke beim Vertrauen und bei der Zugänglichkeit hin, nicht auf mangelndes Interesse.

Was gute Praxis in der auf Frauen ausgerichteten Vermögensverwaltung bedeutet

Mehrere Schweizer Unternehmen haben bewiesen, dass es sowohl wirtschaftlich sinnvoll als auch wirkungsvoll ist, Frauen gezielt anzusprechen. Plattformen, die sich auf die Finanzbildung von Frauen konzentrieren – etwa durch Community-Bewertungen und Peer-Learning –, zeigen, dass das Engagement steigt, wenn Frauen gemeinsam mit anderen lernen können, statt isoliert zu agieren. Das Modell funktioniert, weil es die soziale Dimension des finanziellen Selbstvertrauens anspricht und nicht nur die technische.

Flexible Vorsorgeprodukte, die Einzahlungen während Karrierepausen ermöglichen oder sich an Teilzeiteinkommen anpassen, gehen die strukturellen Ursachen der Rentenlücke an, statt nur die Symptome zu bekämpfen. Unternehmen, die diesen Weg eingeschlagen haben, berichten von einer stärkeren Kundenbindung bei Frauen und einem proaktiveren Umgang mit der Finanzplanung. Ein Finanzcoach , der die spezifischen Herausforderungen einer durch Familienpflichten unterbrochenen Karriere versteht, bietet eine andere Beratungsqualität als ein Generalist, der nach Standardvorlagen arbeitet.

Der gemeinsame Nenner erfolgreicher Ansätze besteht darin, dass sie die finanziellen Lebenswege von Frauen als eigenständig und legitim betrachten – und nicht als Abweichung von einer männlichen Norm, die es zu korrigieren gilt.

Wie die Schweizer Regulierung die Vermögensverwaltung für Frauen prägt

Das Schweizer Drei-Säulen-System schafft die strukturellen Voraussetzungen für die Rentenlücke zwischen den Geschlechtern. Die erste Säule, die AHV, führt bei Männern und Frauen zu vergleichbaren Ergebnissen. In der zweiten Säule, der beruflichen Vorsorge, klafft die Lücke jedoch deutlich auseinander, da die Beiträge von der Erwerbstätigkeit und einer lückenlosen Erwerbsbiografie abhängen – beides Faktoren, die durch Teilzeitarbeit und Karriereunterbrechungen beeinflusst werden. Die dritte Säule, die freiwillige private Vorsorge, erfordert ein verfügbares Einkommen, über das viele Frauen, insbesondere in Teilzeitbeschäftigung, nicht in ausreichendem Maße verfügen.

Der Lizenzierungsrahmen der FINMA bildet das regulatorische Fundament für das Vertrauen in die Schweizer Vermögensverwaltung. Unternehmen mit einer FINMA-Lizenz als Vermögensverwalter unterstehen einer laufenden Aufsicht. Dies ist besonders wichtig für eine Kundengruppe, die Misstrauen gegenüber Finanzinstituten als wesentliches Hindernis nennt. Politische Diskussionen auf Bundesebene zur Rentenreform, einschließlich Vorschlägen zur Verbesserung der Absicherung von Teilzeitbeschäftigten in der zweiten Säule, haben direkte Auswirkungen auf den langfristigen Vermögensaufbau von Frauen. Die Fortschritte sind zwar schrittweise, doch die Entwicklung geht klar in Richtung einer stärkeren Berücksichtigung nicht-linearer Erwerbsbiografien bei der Rentengestaltung.

Wichtige Erkenntnisse

Frauen in der Schweiz stellen ein großes, wachsendes und strukturell unterversorgtes Segment in der Vermögensverwaltung dar. Um die Lücke zu schließen, müssen Produktdesign, Bildung und regulatorische Rahmenbedingungen ineinandergreifen.

PunktDetails
Rentenlücke zwischen den Geschlechtern beträgt 29,9 %Schweizer Frauen erhalten jährlich 37 267 CHF gegenüber 53 153 CHF bei Männern – eine Lücke, die über dem europäischen Durchschnitt liegt.
Die berufliche Vorsorge ist das KernproblemFrauen beziehen seltener eine Rente aus der zweiten Säule (53,7 % gegenüber 73,1 %), und wenn sie dies tun, fallen diese Renten durchschnittlich um 42 % niedriger aus.
Sicherheit bestimmt die Finanzentscheidungen von FrauenBei der Geldanlage ist Frauen Sicherheit weitaus wichtiger als langfristiger Vermögensaufbau oder hohe Renditen.
Bildung muss vor dem Investieren stehenEffektive Programme behandeln Themen wie Sparen, Schuldenabbau und Risikomanagement, bevor sie zum Investieren anregen, und müssen zudem fair bepreist sein.
Marmot Finance schließt diese Lücke direktMarmot Finance bietet massgeschneiderte Vermögensverwaltung für Frauen in der Schweiz mit FINMA-Akkreditierung.

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