Vermögensverwaltung in der Schweiz

Der Aufstieg der Anlegerin: Wie Frauen das Vermögen in der Schweiz neu gestalten

February 2, 2020
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Sofie Steinmann
Der Aufstieg der Anlegerin: Wie Frauen das Vermögen in der Schweiz neu gestalten

Das Vermögen von Frauen wuchs zwischen 2018 und 2023 um 51 % und übertraf damit das globale Marktwachstum von 43 % im selben Zeitraum. Diese Lücke ist keine statistische Randnotiz. Sie signalisiert einen strukturellen Wandel: Wer kontrolliert Kapital, wie wird es eingesetzt und was müssen Finanzinstitute tun, um relevant zu bleiben? In der Schweiz ist dieser Wandel bereits in Vorsorgeportfolios, auf Anlageplattformen und an der wachsenden Zahl von Frauen erkennbar, die ihre langfristige finanzielle Zukunft bewusst in die eigene Hand nehmen.

Warum das Vermögen von Frauen schneller wächst als der Markt

Der Aufstieg der Anlegerin ist einer der bedeutendsten Trends in der globalen Vermögensverwaltung, und die Schweiz steht dabei im Zentrum. Frauen bauen durch Erwerbstätigkeit, Unternehmertum und Erbschaften Vermögen in einem Tempo auf, das die Branche so noch nicht gesehen hat. Das Wachstum des von Frauen kontrollierten Vermögens um 51 % gegenüber 43 % am Gesamtmarkt spiegelt nicht nur steigende Einkommen wider, sondern einen Generationenwechsel in Bezug auf finanzielles Selbstvertrauen und Ambitionen.

Die wichtigsten Fakten zu diesem Trend:

  • Das weltweit von Frauen kontrollierte Vermögen wuchs zwischen 2018 und 2023 um 51 %, verglichen mit 43 % am Gesamtmarkt.
  • In der Schweiz nutzen 67 % der anlegenden Frauen Vorsorgelösungen der Säule 3a als ihr primäres Anlageinstrument.
  • 94 % der Schweizer Frauen geben an, dass Geld ihnen ein Gefühl von Sicherheit vermittelt, was Sicherheit zum wichtigsten Motivator macht.
  • Bis 2030 werden Frauen in Europa und der Schweiz voraussichtlich etwa 40–45 % des investierbaren Privatvermögens verwalten.
  • Nur eine Minderheit der Schweizer Frauen investiert derzeit aktiv oder baut Vermögen auf, was auf eine große, unterversorgte Zielgruppe hindeutet.

Die Auswirkungen auf die Vermögensverwaltung sind unmittelbar. Finanzinstitute, die ihre Produkte und Kommunikation weiterhin auf eine überwiegend männliche Klientel ausrichten, werden an Boden verlieren. Wer sich hingegen anpasst und auf die tatsächlichen Prioritäten von Frauen – Sicherheit, Klarheit und Werteorientierung – eingeht, wird ein wachsendes und loyales Kundensegment für sich gewinnen.

Was Schweizer Frauen sich wirklich von ihren Anlagen wünschen

Das Anlageverhalten von Schweizer Frauen ist von klaren Prioritäten geprägt, die sich deutlich von den Mustern unterscheiden, die typischerweise bei männlichen Anlegern zu beobachten sind. Für 57 % der Frauen steht Sicherheit bei der Geldanlage an erster Stelle, weit vor langfristigem Vermögensaufbau (34 %) und Rendite (21 %). Dies ist keine Risikoaversion im negativen Sinne. Es spiegelt eine bewusste Präferenz für Stabilität gegenüber Spekulation wider, insbesondere da viele Frauen eine größere Verantwortung für die Haushaltsfinanzen tragen und gleichzeitig Karriereunterbrechungen sowie Teilzeitarbeit bewältigen müssen.

Die Studie „UBS Frauenperspektiven 2026“, für die gfs.bern 2.037 Personen befragte, zeichnet ein detailliertes Bild davon, wie Schweizerinnen Anlageprodukte nutzen:

  • Vorsorgelösungen der Säule 3a werden von 67 % der anlegenden Frauen genutzt und sind damit die dominierende Produktkategorie.
  • Fonds und ETFs folgen mit 52 %, Einzelaktien liegen bei 46 %.
  • Immobilieninvestitionen sind für 37 % der Anlegerinnen relevant, bleiben jedoch eine selektive Wahl.
  • Kryptowährungen werden von nur 4 % der Anlegerinnen in der Schweiz genutzt, was bestätigt, dass spekulative Anlagen kaum attraktiv sind.

Auch bei der Informationssuche zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. Ältere Frauen (ab 65 Jahren) verlassen sich primär auf Bankberater; 51 % nennen sie als ihre wichtigste Quelle. Jüngere Frauen im Alter von 16 bis 39 Jahren greifen häufiger auf ihr persönliches Netzwerk zurück, wobei 33 % Freunde und Familie als primäre Anlaufstelle nutzen. Fast drei von zehn Frauen geben an, sich gar nicht aktiv nach Finanzinformationen zu erkundigen – eine Lücke, die durch Bildung und zugängliche Beratungsangebote geschlossen werden kann.

Profi-Tipp: Wenn Sie als Frau in der Schweiz mit dem Investieren beginnen möchten, ist die Säule 3a einer der steuereffizientesten Einstiege. Einzahlungen reduzieren Ihr steuerbares Einkommen und das Kapital wächst in einem geschützten Umfeld. Das Verständnis für dieses eine Produkt kann Ihre langfristige finanzielle Situation maßgeblich verbessern. Die maßgeschneiderten Portfoliostrategien von Marmot Finance für Frauen zeigen auf, wie Sie dies in einen umfassenderen Finanzplan integrieren können.

Infographic showing women's rising wealth statistics in Switzerland

Wie Finanzinstitute eine echte Verbindung zu Anlegerinnen aufbauen können

Die Vermögensverwaltungsbranche hat historisch gesehen eine Sprache gewählt, die eher männliche als weibliche Kunden anspricht. Leistungstabellen, Renditevergleiche und Fachjargon dominieren die meisten Beratungsgespräche – genau das sind jedoch die Elemente, die bei Frauen nicht ankommen. Sie wünschen sich Klarheit, Vertrauen und ein Verständnis dafür, wie ihr Geld tatsächlich eingesetzt wird.

Die Hürden sind gut dokumentiert. Unter den Schweizerinnen, die nicht investieren:

  • geben 41 % an, nicht über genügend Geld für Investitionen zu verfügen.
  • Ein erheblicher Teil nennt Unsicherheit bezüglich der Risiken und mangelndes Wissen über Anlageprodukte als Grund.
  • Misstrauen gegenüber Banken und Finanzinstituten ist ein wiederkehrender Faktor.
  • Die Angst, Fehler zu machen, hält viele davon ab, den ersten Schritt zu wagen.

Diese Probleme lassen sich nicht durch besseres Marketing lösen. Sie erfordern einen grundlegenden Wandel in der Gestaltung und Erbringung von Dienstleistungen. Frauen möchten ihre Portfolios auf einer qualitativen Ebene verstehen, einschließlich der Frage, wie die Unternehmen, in die sie investieren, geführt werden und welchen sozialen oder ökologischen Einfluss diese haben. Investitionsgespräche auf Sicherheit, Lebensziele und Werte auszurichten, statt auf Benchmark-Renditen, schafft dauerhaftes Vertrauen.

Auch die Segmentierung von Kundinnen nach Lebensphasen führt zu besseren Ergebnissen. Eine Frau in den Dreißigern, die ihre Karriere aufbaut, hat andere Prioritäten als eine Frau in den Fünfzigern, die eine Scheidung bewältigt oder ein Erbe verwaltet. Finanzinstitute, die Frauen als homogene Gruppe betrachten, übersehen diese Nuancen völlig. Digitale Tools in Kombination mit persönlicher Beratung – das Modell, auf dem Marmot Finance seine Praxis aufgebaut hat – setzen genau hier an, indem sie es Beratern ermöglichen, die Unterstützung individuell auf die tatsächliche Lebenssituation jeder Kundin zuzuschneiden.

Profi-Tipp: Fragen Sie bei der Auswahl eines Finanz- oder Vermögensberaters direkt, wie dieser bei der Zielsetzung für Kundinnen vorgeht. Wenn sich die Antwort ausschließlich auf Portfoliorenditen konzentriert, ist das ein Zeichen dafür, dass das Angebot nicht auf Ihre Prioritäten ausgerichtet ist.

Was die Prognosen für 2030 für die finanzielle Zukunft der Schweiz bedeuten

Die Prognose, dass Frauen bis 2030 etwa 40–45 % des investierbaren Privatvermögens in Europa und der Schweiz verwalten werden, hat erhebliche Auswirkungen auf die Kapitalströme in der Wirtschaft. Dies ist kein fernes Szenario. Der Trend ist bereits in vollem Gange, angetrieben durch die zunehmende Präsenz von Frauen in Führungspositionen, die steigende Zahl von Unternehmerinnen und die generationenübergreifende Vermögensübertragung an Frauen durch Erbschaften.

Einige Konsequenzen zeichnen sich bereits ab:

  • Die Nachfrage nach nachhaltigen und ethisch ausgerichteten Anlageprodukten steigt, was teilweise auf die stärkere Präferenz von Frauen für Portfolios zurückzuführen ist, die ihre Werte widerspiegeln.
  • Die Unternehmensführung rückt stärker in den Fokus, da immer mehr Anlegerinnen detaillierte Fragen zur Unternehmensführung stellen.
  • Die Muster der Vermögensallokation verschieben sich hin zu diversifizierten Strukturen mit geringerer Volatilität, die neben dem Wachstum auch den Kapitalerhalt in den Vordergrund stellen.
  • Finanzdienstleister gestalten ihre Kundenschnittstellen und Beratungsmodelle neu, um dem Wunsch von Frauen nach Klarheit und Transparenz gerecht zu werden.
  • Die geschlechtsspezifische Vermögenslücke ist zwar weltweit immer noch beträchtlich, verringert sich jedoch in Märkten, in denen Frauen einen guten Zugang zu professioneller Finanzberatung und Vorsorgestrukturen haben.

Das Schweizer Säule-3a-System verschafft Schweizer Frauen einen strukturellen Vorteil beim Vermögensaufbau, der vielen europäischen Nachbarinnen fehlt. Die Herausforderung besteht darin, dass derzeit nur eine Minderheit der Frauen dieses Potenzial voll ausschöpft. Diese Lücke durch Bildung, zugängliche Beratung und eine kultursensible Kommunikation zu schließen, ist einer der direktesten Hebel, um die finanziellen Ergebnisse von Frauen in der Schweiz zu verbessern.

Praktische Schritte für Schweizer Frauen beim Aufbau ihres Anlagefundaments

Das häufigste Hindernis zwischen Schweizer Frauen und dem Investieren ist nicht ein Mangel an Geld oder Intelligenz. Es ist ein Mangel an Selbstvertrauen, verstärkt durch die Wahrnehmung, dass Finanzen kompliziert seien oder nicht für sie gemacht seien. Diese Wahrnehmung ist angesichts der historischen Kommunikation der Branche verständlich, entspricht aber nicht der Realität. Ein solides Anlagefundament aufzubauen ist mit den richtigen Ausgangspunkten durchaus machbar.

Praktische Schritte, die eine Überlegung wert sind:

  • Beginnen Sie mit Finanzwissen, nicht mit Produkten. Das Verständnis der Grundlagen von Zinseszinseffekt, Risiko und Rendite sowie der Vermögensdiversifizierung bietet Ihnen einen Rahmen für jede weitere Entscheidung. Ressourcen von Schweizer Verbraucherschutzorganisationen und FINMA-regulierten Beratern bieten zuverlässige und objektive Ausgangspunkte.
  • Nutzen Sie die Säule 3a als Ihr erstes Anlageinstrument. Sie ist steuerlich begünstigt, reguliert und steht jedem mit Erwerbseinkommen in der Schweiz offen. Selbst bescheidene jährliche Beiträge summieren sich über ein Erwerbsleben hinweg erheblich. Der Leitfaden von Marmot Finance zur Schließung der Vermögenslücke zeigt, wie man es effektiv einsetzt.
  • Diversifizieren Sie über Anlageklassen hinweg, die Ihrer Risikotoleranz entsprechen. Fonds und ETFs bieten ein breites Marktengagement, ohne dass Sie einzelne Aktien auswählen müssen. Sie entsprechen dem dokumentierten Bedürfnis von Frauen nach Stabilität und ermöglichen gleichzeitig langfristiges Wachstum.
  • Gehen Sie psychologische Barrieren direkt an. Der Glaube, man brauche mehr Geld, bevor man mit dem Investieren beginnen könne, ist eines der häufigsten und kostspieligsten Missverständnisse. Klein anzufangen und schrittweise aufzubauen ist effektiver, als auf den perfekten Moment zu warten.
  • Wählen Sie einen Berater, der eine klare und verständliche Sprache spricht. Transparenz bei Gebühren, Strategie und Risiko ist nicht verhandelbar. Wenn Sie ein Gespräch verwirrter verlassen, als Sie gekommen sind, liegt das Problem nicht bei Ihnen.
  • Überprüfen Sie Ihren Plan bei Lebensveränderungen. Heirat, Scheidung, beruflicher Wandel und Erbschaften verändern jeweils Ihre finanzielle Situation. Ein guter Berater wird Sie auf diese Überprüfungen hinweisen; ein exzellenter hat sie bereits in Ihren Plan integriert.

Profi-Tipp: Marmot Finance bietet eine Money Makeover Beratung an, die speziell für Frauen und Familien in der Schweiz konzipiert ist. Sie ist ein praktischer Ausgangspunkt, um Ihren aktuellen Stand zu ermitteln und die nächsten Schritte zu planen – ganz ohne Fachjargon oder Druck.

Profile von Frauen, die die Schweizer Anlagekultur neu gestalten

Die Schweiz hat eine Reihe von Frauen hervorgebracht, die aktiv verändern, wie Investitionen praktiziert und wahrgenommen werden. Ihre Geschichten verdeutlichen, dass der Aufstieg von Anlegerinnen nicht nur ein demografischer, sondern auch ein beruflicher Trend ist.

Evelyne Pflugi gründete The Singularity Group, eine Investmentfirma, die auf regelbasierten, technologiegesteuerten Methoden aufbaut, welche die im traditionellen Fondsmanagement verbreiteten emotionalen Verzerrungen bewusst reduzieren. Ihr Ansatz lehnt die intuitiv geprägten Entscheidungen, die einen Großteil der Branche charakterisieren, zugunsten systematischer, datengestützter Prozesse ab. Pflugi erhielt 2025 den Bold Woman Award von Veuve Clicquot – eine Anerkennung, die auch die Bedeutung weiblicher Vorbilder im Finanzwesen unterstrich. Ihr Unternehmen beschäftigt heute mehr Frauen als Männer, was sie nicht auf eine bewusste Geschlechterpolitik zurückführt, sondern auf eine gemeinsame Neugier und den Antrieb, etwas grundlegend Anderes aufzubauen. Sie merkt an, dass unbewusste Vorurteile bei der Rekrutierung ein echtes Hindernis bleiben, da Männer in Vorstellungsgesprächen oft selbstbewusster auftreten und dieses Selbstvertrauen fälschlicherweise mit Kompetenz gleichgesetzt wird.

Maike Stroetmann, Gründerin von Independista, repräsentiert eine andere, aber ebenso wichtige Dimension dieses Wandels. Während sie tagsüber als Abteilungsleiterin in der Baubranche arbeitet, baute sie eine Finanzcoaching-Plattform speziell für Frauen auf, die sich im Schweizer Finanzsystem zurechtfinden müssen. Ursprünglich auf Expats ausgerichtet, weitete sie das Angebot schnell auf Schweizer Frauen aus, die vor denselben Herausforderungen stehen. Ihre Beobachtung, dass Frauen zwar fleißig sparen, aber seltener investieren – oft aus Angst vor Risiken –, spiegelt das breitere Muster wider, das in der Studie „UBS Frauenperspektiven 2026“ dokumentiert ist. Stroetmanns strukturiertes Workshop-Modell führt die Teilnehmerinnen von den finanziellen Grundlagen bis hin zum nachhaltigen Investieren, wobei der Fokus bewusst auf praktischem Handeln statt auf theoretischem Wissen liegt.

Beide Profile haben einen gemeinsamen Nenner: die Überzeugung, dass Finanzwissen nicht von Natur aus kompliziert ist, sondern historisch gesehen auf eine Weise präsentiert wurde, die Frauen ausschließt. Diese Art der Vermittlung zu ändern – sei es durch Technologie, Bildung oder die Gestaltung der Beratung – ist die eigentliche Aufgabe.

Welche digitalen Tools und Plattformen wählen Anlegerinnen?

Die Nutzung digitaler Anlagetools durch Frauen hat stark zugenommen, wobei sich ihre Präferenzen von den Mustern unterscheiden, die typischerweise mit männlichen Privatanlegern assoziiert werden. Der Fokus liegt auf Klarheit, Kontrolle und der Übereinstimmung mit persönlichen Werten statt auf Handelsfrequenz oder spekulativen Chancen.

Hands using tablet for digital investing at home

ETF-Plattformen und Instrumente zur Vorsorgeverwaltung sind die am weitesten verbreiteten digitalen Anlageoberflächen bei Schweizer Frauen, was mit der Dominanz von Säule-3a-Lösungen und fondsgebundenen Anlagen in ihren Portfolios übereinstimmt. Diese Plattformen bieten transparente Kostenstrukturen, eine breite Diversifizierung und intuitive Oberflächen, die dem Wunsch von Frauen entgegenkommen, genau zu verstehen, was sie besitzen und warum. Die besten Anlageklassen für Frauen in der Schweiz decken sich in der Regel direkt mit den Produkten, die diese Plattformen unterstützen.

Robo-Advisory-Dienste gewinnen bei jüngeren Frauen an Bedeutung, insbesondere bei den 25- bis 40-Jährigen, die mit digitalen Oberflächen vertraut sind, aber weder die Zeit noch die Neigung haben, Portfolios manuell zu verwalten. Die regelbasierte, systematische Natur von Robo-Advisors passt gut zu dem technologieorientierten Anlageansatz, den erfolgreiche Investorinnen wie Evelyne Pflugi auf institutioneller Ebene vertreten haben. Emotionale Entscheidungen aus dem Prozess zu eliminieren, führt tendenziell zu konsistenteren Ergebnissen – ein Vorteil, der für Privatanleger ebenso gilt wie für professionelle Fondsmanager.

Soziale und gemeinschaftsbasierte Finanzplattformen gewinnen ebenfalls an Relevanz, insbesondere für jüngere Schweizerinnen, die sich bei der finanziellen Bildung auf persönliche Netzwerke verlassen. Plattformen, die den Austausch unter Gleichgesinnten mit strukturierten Lerninhalten kombinieren, adressieren sowohl die Informationslücke als auch das mangelnde Selbstvertrauen. Der entscheidende Unterschied zwischen Plattformen, die Frauen wirklich unterstützen, und solchen, die sie lediglich als Zielgruppe betrachten, liegt darin, ob die Inhalte auf die tatsächlichen finanziellen Ziele von Frauen ausgerichtet sind oder ob es sich lediglich um neu verpackte allgemeine Ratschläge mit anderer Bildsprache handelt.

Das hybride Modell von Marmot Finance, das digitale Tools mit persönlicher Beratung kombiniert, spiegelt die Erkenntnis wider, dass Frauen bei ihren Finanzbeziehungen sowohl Wert auf Erreichbarkeit als auch auf menschliche Nähe legen. Weder ein rein digitaler noch ein rein beratender Ansatz deckt das gesamte Spektrum ab.

Wie die Anlageergebnisse von Frauen im Vergleich zu Männern abschneiden

Die Erkenntnisse zu geschlechtsspezifischen Unterschieden bei Anlageergebnissen sind nuancierter, als es populäre Narrative vermuten lassen. Frauen investieren nicht einfach weniger und erzielen geringere Renditen. Das Gesamtbild hängt stark vom Zeithorizont, den gewählten Anlageklassen und dem Ausmaß ab, in dem emotionale Voreingenommenheit die Entscheidungsfindung beeinflusst.

Schweizer Frauen gehen, wie die UBS-Studie „Frauenperspektiven 2026“ belegt, mit größerer Vorsicht und Überlegung an Anlageentscheidungen heran als Männer. Männer in derselben Studie gewichteten Rendite und Vermögensaufbau stärker, während Frauen Sicherheit und Stabilität priorisierten. Diese unterschiedliche Ausrichtung führt nicht zwangsläufig zu schlechteren Ergebnissen. Portfolios, die auf Stabilität und Diversifizierung setzen, verzeichnen bei Marktkorrekturen tendenziell geringere Rückgänge, was für den langfristigen Zinseszinseffekt von erheblicher Bedeutung ist.

Die Lücke, die Frauen tatsächlich benachteiligt, liegt nicht in ihren Anlageentscheidungen, sondern in ihrer Beteiligungsquote. Nur etwa die Hälfte der Schweizer Frauen investiert überhaupt, selbst wenn es nur gelegentlich geschieht, verglichen mit höheren Quoten bei Männern. Die Frauen, die investieren – insbesondere diejenigen, die systematische, regelbasierte Ansätze nutzen –, erzielen über längere Zeiträume oft Ergebnisse, die sich durchaus mit denen ihrer männlichen Kollegen messen können. Das Problem ist, dass zu viele Frauen nie den ersten Schritt wagen, zurückgehalten durch mangelndes Selbstvertrauen, die Wahrnehmung, nicht über ausreichend Kapital zu verfügen, und die mentale Belastung durch konkurrierende Anforderungen an ihre Zeit und Aufmerksamkeit.

Frauen handeln zudem tendenziell weniger häufig als Männer, was die Transaktionskosten senkt und den Schaden durch reaktive Entscheidungen in volatilen Phasen begrenzt. Dieses Verhaltensmuster, das oft als Vorsicht ausgelegt wird, ist in der Praxis ein struktureller Vorteil für langfristige Anleger. Die Finanzberatung für Frauen von Marmot Finance basiert auf diesen Realitäten und nicht auf einem generischen Anlagerahmen, der unabhängig vom Geschlecht angewendet wird.

Soziokulturelle Faktoren, die das Anlageverhalten von Schweizer Frauen prägen

Der spezifische soziale und kulturelle Kontext der Schweiz prägt das Anlageverhalten von Frauen auf eine Weise, die über die individuelle Psychologie hinausgeht. Strukturelle Faktoren, darunter die anhaltende Teilzeitarbeit bei Frauen, die Organisation der finanziellen Haushaltsverantwortung und die spezifische Vorsorgearchitektur des Landes, beeinflussen allesamt, wie und wann Frauen sich mit Anlageentscheidungen befassen.

Die UBS-Studie „Frauenperspektiven 2026“ ergab, dass 45 % der Schweizer Frauen routinemäßige Finanzaufgaben wie Rechnungszahlungen und Haushaltsverwaltung selbst erledigen, während strategische Entscheidungen häufiger gemeinsam getroffen werden. Bei Anlage- und Portfolioentscheidungen treffen 44 % der Frauen in einer Partnerschaft diese gemeinsam mit ihrem Partner. Dieses Muster bedeutet, dass viele Frauen zwar sehr kompetent in der operativen Finanzverwaltung sind, aber seltener in der Position, unabhängige langfristige Anlageentscheidungen zu treffen. Wenn eine Beziehung durch Scheidung oder den Tod des Partners endet, kann dies Frauen finanziell unvorbereitet treffen – eine Situation, die durch ein früheres, eigenständigeres Engagement beim Investieren hätte verhindert werden können.

Auch der Faktor der mentalen Belastung ist signifikant. 36 % der Schweizer Frauen geben an, dass Finanzthemen einen großen Teil ihrer täglichen mentalen Last ausmachen – ein Wert, der deutlich höher liegt als bei Männern. Fast drei von zehn Frauen fühlen sich zu beschäftigt, um sich regelmäßig mit Finanz- oder Vorsorgeplanung zu befassen. Dies sind keine Ausreden für Untätigkeit, sondern reale Einschränkungen, auf die Finanzdienstleister eingehen müssen, anstatt sie zu ignorieren. Berater, die prägnante, zeiteffiziente Beratungsgespräche mit klaren Unterlagen zur Nachbereitung anbieten, binden weibliche Kunden weitaus eher als solche, die langwierige und komplexe Prozesse voraussetzen.

Kulturelle Einstellungen, die Geld als privates Thema betrachten, verringern zudem die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen proaktiv Finanzberatung suchen. Die in der Schweiz traditionell zurückhaltende Art, über persönliche Finanzen zu sprechen, führt dazu, dass vielen Frauen der informelle Austausch mit Gleichgesinnten über das Investieren fehlt, der andernfalls das Selbstvertrauen stärken könnte. Plattformen und Gemeinschaften, die solche Gespräche normalisieren – einschließlich derer, die sich auf finanzielle Meilensteine in der Familie konzentrieren und langfristige Planung spielen eine entscheidende Rolle dabei, diese Dynamik zu verändern. Finanzielle Gesundheit – im weiteren Sinne verstanden als Zuversicht, Wissen und Zugang zu fundierter Beratung – wird zunehmend als Voraussetzung für die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen anerkannt, nicht als Luxus.

Wichtige Erkenntnisse

Das Vermögen von Frauen wächst schneller als der Gesamtmarkt, und die Schweizer Finanzinstitute müssen sich jetzt anpassen, um diese wachsende Kundengruppe effektiv zu bedienen.

PunktDetails
Wachstum des Frauenvermögens übertrifft den MarktDas Vermögen von Frauen stieg weltweit zwischen 2018 und 2023 um 51 %, verglichen mit 43 % für den Gesamtmarkt.
Sicherheit bestimmt die Anlageentscheidungen von Schweizerinnen94 % der Schweizerinnen verbinden Geld mit Sicherheit; 57 % nennen Sicherheit als ihr primäres Anlageziel.
Säule 3a ist das dominierende Anlageinstrument67 % der Schweizerinnen, die investieren, nutzen Vorsorgelösungen der Säule 3a als ihr Hauptprodukt.
Die Beteiligungslücke bleibt die größte HerausforderungNur etwa die Hälfte der Schweizerinnen investiert überhaupt; Gründe dafür sind mangelndes Vertrauen, Zeitmangel und das Gefühl, nicht über genügend Kapital zu verfügen.
Prognose für 2030 deutet auf großen Marktwandel hinEs wird erwartet, dass Frauen bis 2030 in Europa und der Schweiz 40–45 % des investierbaren Privatvermögens verwalten werden.

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Dieser Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Entscheidungen bezüglich Ihres Portfolios sollten auf Ihren persönlichen Umständen, Ihrer Risikobereitschaft, Ihren Liquiditätsbedürfnissen und professioneller Beratung basieren.

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