Vermögensverwaltung in der Schweiz

Der Aufstieg der Anlegerin: Was das für die Schweiz bedeutet

April 12, 2020
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Sofie Steinmann
Der Aufstieg der Anlegerin: Was das für die Schweiz bedeutet

Frauen kontrollieren mittlerweile schätzungsweise 60 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen weltweit, und diese Zahl ist zwischen 2018 und 2023 schneller gewachsen als das weltweite Gesamtvermögen. Der Aufstieg der Anlegerin ist kein Trend, der sich erst noch entwickelt – er verändert bereits die Kapitalströme, Beratungsmodelle und die Produktgestaltung in der gesamten Vermögensverwaltung. Für die Schweiz, wo das Rentensystem, das Erbrecht und die Haushaltsstrukturen spezifische Dynamiken erzeugen, sind die Auswirkungen sowohl dringend als auch konkret.

Zwischen 2018 und 2023 stieg das weltweite Finanzvermögen um 43 %, während das von Frauen kontrollierte Vermögen um 51 % zunahm. Frauen kontrollieren derzeit etwa ein Drittel des privaten Finanzvermögens in der EU und den USA. Schweizer Berater und die Frauen selbst müssen jetzt handeln, denn die Lücke zwischen Vermögensbesitz und aktiver Verwaltung ist nach wie vor groß, und die Kosten des Nichtstuns summieren sich jedes Jahr.

Unmittelbare Auswirkungen für die Schweiz:

  • Schätzungsweise 53 % des von Frauen kontrollierten Vermögens werden nicht verwaltet, verglichen mit 45 % bei Männern, was einen erheblichen ungedeckten Beratungsbedarf darstellt.
  • Das Schließen dieser Lücke könnte bis 2030 eine globale Chance von rund 10 Billionen US-Dollar bedeuten.
  • Schweizer Frauen zeigen ein starkes Interesse an sicherheitsorientierten Produkten, dennoch geben etwa 38 % an, dass sie nicht investiert haben und dies auch nicht planen, wobei sie oft die wahrgenommene Komplexität als Hindernis nennen.
  • Kapitalflüsse in ESG- und Multi-Asset-Strategien werden zunehmend von Anlegerinnen bestimmt, was die Produktprioritäten für Schweizer Vermögensverwalter verändert.
  • Die Beratungslücke ist sowohl eine kommerzielle Chance als auch ein Risiko: Unverwaltetes Vermögen verliert gegenüber der Schweizer Inflation an Kaufkraft und verpasst den Zinseszinseffekt.

Was treibt das Wachstum des Frauenvermögens an?

Mehrere strukturelle Kräfte haben zusammengewirkt, um das von Frauen kontrollierte Vermögen zu beschleunigen. Wenn man diese versteht, können sowohl Berater als auch Frauen besser antizipieren, was als Nächstes kommt.

Der unmittelbarste Treiber ist die intergenerationelle Vermögensübertragung. Mit dem Altern der Babyboomer-Generation geht ein erheblicher Teil des geerbten Vermögens an Frauen über, sei es als überlebende Ehepartnerinnen oder als direkte Erben. Scheidungen und Haushaltsumstrukturierungen tragen ebenfalls dazu bei: Frauen, die sich aus langjährigen Partnerschaften trennen, übernehmen oft die Kontrolle über Vermögenswerte, die sie zuvor ihrem Ehepartner zur Verwaltung überlassen hatten. Dies sind keine schleichenden Veränderungen, sondern diskrete, hochvolumige Ereignisse, die in kurzer Zeit beträchtliche Summen bewegen.

Auch die wirtschaftliche Teilhabe hat sich wesentlich verändert. Die Erwerbsquote von Frauen in der Schweiz ist stetig gestiegen, und mehr Frauen als je zuvor in der Geschichte des Landes bekleiden heute Führungspositionen und Verwaltungsratsmandate. Unternehmertum ist ein weiterer Kanal: Von Frauen gegründete Unternehmen generieren Vermögen, das letztlich eine professionelle Verwaltung erfordert, auch wenn Schweizer Risikokapitalgeber immer noch nur etwas mehr als 7 % der Finanzmittel an Unternehmen mit weiblichen CEOs vergeben, eine Kennzahl, die verdeutlicht, wie viel Wachstumspotenzial noch vorhanden ist. Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern in der Schweiz ist zwar kleiner geworden, aber noch nicht geschlossen. Höhere Einkommen führen jedoch direkt zu einem größeren investierbaren Überschuss.

Group of women discussing investment graphs in coworking space

Auch kulturelle und informationelle Veränderungen spielen eine wichtige Rolle. Jüngere Generationen von Schweizerinnen treten mit einer höheren Finanzkompetenz in den Arbeitsmarkt ein als frühere Generationen, was teilweise darauf zurückzuführen ist, dass digitale Plattformen die Hemmschwelle für den Wissenserwerb gesenkt haben. Fintech-Tools, Online-Communities und leicht zugängliche Bildungsinhalte haben dazu beigetragen, dass Investieren nicht mehr als Fachgebiet für Spezialisten wahrgenommen wird. Die Zahl der weiblichen Direktkunden bei der Saxo Bank Schweiz stieg zwischen 2021 und 2026 um 40 %, und der Anteil von Frauen an den neu eröffneten Konten mit Einzahlungen erreichte im bisherigen Jahresverlauf 2026 28,9 % – ein klares Signal für eine zunehmende Beteiligung.

Infographic showing female investor wealth growth statistics

Das Schweizer Drei-Säulen-System fügt dem Ganzen eine spezifische Dimension hinzu. Frauen, die aufgrund von Betreuungsaufgaben ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, bauen geringere Guthaben in der 2. Säule (BVG) auf als Männer. Dies führt zu einer strukturellen Lücke, die durch freiwillige Einzahlungen in die Säule 3a teilweise ausgeglichen werden kann. Das Bewusstsein für diese Lücke wächst und motiviert immer mehr Frauen dazu, sich früher und bewusster mit ihrer Altersvorsorge zu befassen.

Wie sich Anlegerinnen in der Schweiz tatsächlich verhalten

Das Verhaltensprofil von Anlegerinnen ist nuancierter als das Klischee der „Risikoscheu“, das in manchen Beratungskreisen immer noch kursiert. Ein korrektes Verständnis dieses Profils verändert die Art und Weise, wie Portfolios zusammengestellt und Beratungsgespräche geführt werden sollten.

Anlagepräferenzen und Allokationstendenzen:

  • Vorsorgeprodukte (Säule 2 und Säule 3a) sind für Schweizerinnen der häufigste Einstiegspunkt, oft deshalb, weil die Beiträge automatisch und nicht diskretionär erfolgen.
  • Fonds und ETFs sind die bevorzugten Instrumente für diejenigen, die aktiv investieren, was eine Präferenz für Diversifikation gegenüber der Auswahl von Einzelaktien widerspiegelt.
  • Immobilien bleiben ein bedeutender Vermögenswert, insbesondere für ältere Generationen, obwohl die Schweizer Immobilienpreise den direkten Erwerb für jüngere Frauen zunehmend erschweren.
  • Die Nutzung von Kryptowährungen ist bei Anlegerinnen geringer als bei ihren männlichen Pendants, was mit der sicherheitsorientierten Haltung übereinstimmt, die in Schweizer Umfragen dokumentiert wird.

Risikopräferenzen und Zeithorizonte verdienen eine genauere Betrachtung. Schweizer Umfragen zeigen konsistent, dass Sicherheit für 57 % der Frauen das wichtigste Kriterium ist, noch vor langfristigem Vermögensaufbau oder Rendite. Das bedeutet nicht, dass Frauen nicht investieren wollen – es bedeutet, dass sie eine klare Erklärung benötigen, wie eine bestimmte Strategie ihr Kapital schützt, bevor sie bereit sind, Volatilität zu akzeptieren. Frauen, die investieren, halten Positionen tendenziell länger und handeln seltener als ihre männlichen Kollegen, was unter dem Aspekt des Zinseszinseffekts ein struktureller Vorteil ist.

Das Argument für Multi-Asset-Strategien ist besonders stark. Daten der Saxo Bank Schweiz zeigen, dass Anlegerinnen, die auf Multi-Asset-Strategien setzen, eine um 1,1 Prozentpunkte höhere Durchschnittsrendite erzielten und mit einer um 12 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit das Jahr mit einer positiven Rendite abschlossen als Anlegerinnen, die nur in eine Anlageklasse investierten. Diversifikation, nicht höheres Risiko, ist der Treiber für die Performance.

Close-up of woman adjusting portfolio documents on desk

Das Interesse an ESG und nachhaltigem Investieren ist bei Anlegerinnen durchweg höher als bei ihren männlichen Kollegen. Eine werteorientierte Allokation – die Lenkung von Kapital in Unternehmen mit einer starken Bilanz in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung – entspricht der sicherheits- und stabilitätsorientierten Haltung, da ESG-Screening oft ebenso als Instrument des Risikomanagements wie als ethisches Kriterium verstanden wird.

Digitale Plattformen und Peer-Communities haben die Beteiligung maßgeblich erhöht. Frauen, die sich in Online-Investment-Communities oder auf Fintech-Plattformen engagieren, eröffnen eher Konten und diversifizieren ihre Anlagen häufiger. Die soziale Dimension des Investierens, der Wissensaustausch und die Normalisierung des Themas reduzieren die wahrgenommene Komplexität, die die 38 %, die noch nicht begonnen haben, bisher zurückhält.

Profi-Tipp: Wenn Sie Kundinnen zur Diversifikation beraten, führen Sie jeweils nur eine neue Anlageklasse ein, anstatt ein komplett umstrukturiertes Portfolio zu präsentieren. Wenn Sie jede Ergänzung als Schritt zur Risikoreduzierung und nicht als Maßnahme zur Renditesteigerung darstellen, entspricht dies der sicherheitsorientierten Haltung und führt in der Regel zu einer besseren Akzeptanz und Umsetzung.

Was der Aufstieg von Anlegerinnen für Märkte und Berater bedeutet

Die wirtschaftliche Bedeutung der wachsenden Zahl von Anlegerinnen ist enorm. Vermögensverwalter, die dies als Nischenthema und nicht als strategische Priorität behandeln, verkennen die Realität der Daten.

Der direkteste Effekt zeigt sich bei den Kapitalströmen. Da immer mehr Frauen die Kontrolle über geerbtes oder selbst erwirtschaftetes Vermögen übernehmen, steigt die Nachfrage nach Multi-Asset-Fonds, Stewardship-Strategien und wirkungsorientierten Produkten. Unternehmen, die bereits glaubwürdige ESG-Angebote aufgebaut haben, sind besser positioniert, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Wer dies versäumt, wird es schwerer haben, weibliche Kunden zu binden, die zunehmend genau wissen, was sie wollen.

Die Beratungslücke stellt die größte ungenutzte Chance dar. Die Schließung der Lücke bei der Vermögensverwaltung zwischen von Frauen und Männern kontrollierten Vermögenswerten könnte bis 2030 weltweit ein Volumen von rund 10 Billionen US-Dollar ausmachen. In der Schweiz, wo Privatvermögen konzentriert ist und das Drei-Säulen-System regelmäßige Berührungspunkte schafft, werden Berater, die Frauen frühzeitig ansprechen – bei beruflichen Veränderungen, Erbfällen oder Meilensteinen der Altersvorsorge –, Beziehungen aufbauen, die über Jahrzehnte hinweg wachsen.

Preis- und Kommunikationsmodelle müssen angepasst werden. Frauen in der Schweiz bevorzugen tendenziell eine persönliche Beratung, doch ein erheblicher Teil sucht nicht aktiv nach Informationen. Das bedeutet, dass die Ansprache Bildung mit einer echten Einladung verbinden muss, anstatt auf Anfragen zu warten. Fachchinesisch, produktzentrierte Gespräche und intransparente Gebührenstrukturen schaffen Hürden, die weibliche Kunden überproportional abschrecken.

Die effektivste Veränderung in der Beratung ist kein neues Produkt, sondern ein anderer Dialog. Berater, die Ziele, Werte und Lebensereignisse in den Vordergrund stellen statt den reinen Portfolioaufbau, binden weibliche Kunden deutlich stärker und erhalten mehr Empfehlungen.

Für Produktteams ist die Schlussfolgerung klar: Wealth Management für Frauen ist keine reine Marketingübung. Es erfordert grundlegend andere Onboarding-Prozesse, Kommunikationsrhythmen und Portfolio-Standards. Unternehmen, die diese Fähigkeiten bereits aufgebaut haben – darunter FINMA-akkreditierte Verwalter mit einem spezifischen Angebot für Frauen und Familien –, profitieren bereits wirtschaftlich davon.

Profi-Tipp: Für Produkt- und Beratungsteams: Überprüfen Sie Ihre Onboarding-Unterlagen auf Fachbegriffe und Zielorientierung. Ersetzen Sie produktorientierte Sprache („Wir bieten einen ausgewogenen Fonds an“) durch ergebnisorientierte Formulierungen („Dieser Ansatz ist darauf ausgelegt, Ihr Kapital zu schützen und es über zehn Jahre hinweg stetig zu vermehren“). Die Änderung ist gering, die Wirkung auf das Vertrauen der Kunden jedoch erheblich.

Was das konkret für Frauen in der Schweiz bedeutet

Die rechtlichen und vorsorgerechtlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz schaffen spezifische Planungssituationen, die sich vom restlichen Europa unterscheiden. Frauen, die sich in diesen Strukturen bewegen, profitieren davon, die entscheidenden Hebel zu kennen.

Dynamik von Säule 2 und Säule 3a:

Frauen, die Erwerbsunterbrechungen einlegen, ihr Arbeitspensum für die Betreuung von Angehörigen reduzieren oder in Teilzeit arbeiten, erzielen deutlich geringere BVG-Guthaben (Säule 2) als Männer in vergleichbaren Einkommensklassen. Da unterhalb einer bestimmten Einkommensschwelle keine obligatorischen Beiträge zur Säule 2 anfallen, haben Teilzeitbeschäftigte – eine Gruppe, in der Frauen überrepräsentiert sind – unter Umständen gar keine berufliche Vorsorge. Freiwillige Einzahlungen in die Säule 3a sind der steuerlich effizienteste Weg, um diese Lücke zu schließen: Die Beiträge sind vom steuerbaren Einkommen abziehbar und das Guthaben wächst bis zur Auszahlung steuerfrei.

Erbschaften und Vermögensübertragungen unterliegen in der Schweiz sowohl kantonalen als auch eidgenössischen Regeln. Die Revision des Erbrechts von 2023 hat die Testierfreiheit durch die Reduzierung der Pflichtteile für Nachkommen erweitert. Frauen, die Vermögen erben, sollten sich spezifisch dazu beraten lassen, ob Konten zusammengelegt werden sollten, wie ausländische Vermögenswerte in der Schweizer Steuererklärung zu behandeln sind und ob ein Ehevertrag oder ein Nachlassplan aktualisiert werden muss.

Eine kurze Checkliste für Ihr nächstes Beratungsgespräch:

  • Prüfen Sie Ihren Vorsorgeausweis (Säule 2) und identifizieren Sie Lücken durch Erwerbsunterbrechungen oder Teilzeitphasen.
  • Bestätigen Sie, ob Sie jährliche Einzahlungen in die Säule 3a tätigen und ob der Betrag für Ihre Steuerklasse optimiert ist.
  • Bitten Sie Ihren Berater, Ihnen die aktuelle Vermögensallokation über alle Konten hinweg aufzuzeigen, einschließlich der Vorsorgegelder.
  • Klären Sie, wie Ihre Vermögenswerte rechtlich gehalten werden und ob Ihr Nachlassplan Ihren aktuellen Wünschen entspricht.
  • Fragen Sie gezielt nach ESG- oder nachhaltigen Anlageoptionen innerhalb Ihrer bestehenden Vorsorge- oder Anlagekonten.
  • Wenn Sie eine Erbschaft erhalten haben oder erwarten, bitten Sie vor jeglichen Entscheidungen über die Mittelverwendung um eine Überprüfung der Konsolidierung.

Schweizerinnen finden beim Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) und bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) verbindliche Informationen zu Rentenansprüchen und Erbregelungen. Bei anlagespezifischen Fragen bietet das FINMA-Register der zugelassenen Verwalter einen ersten Anhaltspunkt zur Überprüfung der Qualifikationen von Beratern.

LebensereignisWichtige PlanungsschritteSchweizer Besonderheiten
Heirat oder PartnerschaftVermögenszuordnung und Begünstigungen überprüfenDer Güterstand (Errungenschaftsbeteiligung) beeinflusst die Vermögensaufteilung
Berufspause oder TeilzeitarbeitEinzahlungen in die Säule 3a erhöhenBVG-Eintrittsschwelle kann Teilzeitbeschäftigte von der Säule 2 ausschließen
Erhalt einer ErbschaftKonsolidierungsprüfung vor der ZuteilungKantonale Erbschaftssteuerregeln variieren; Änderungen der Bundesregeln im Jahr 2023
Trennung oder ScheidungUnabhängige FinanzprüfungDie Teilung der 2. Säule ist nach Schweizer Recht obligatorisch
Bevorstehender RuhestandEntscheidung zwischen Kapitalbezug und Rente aus der 2. SäuleDie steuerliche Behandlung unterscheidet sich je nach Kanton und Zeitpunkt des Bezugs erheblich

Ergebnisse aus der Schweiz: Was die Daten zeigen

Die Erkenntnisse von Schweizer und europäischen Plattformen weisen einheitlich in eine Richtung: Frauen, die in diversifizierte Multi-Asset-Portfolios investieren, erzielen bessere Ergebnisse als diejenigen, die nur eine einzige Anlageklasse halten oder ihr Vermögen vollständig in bar belassen.

Die Kundendaten der Saxo Bank Schweiz liefern die anschaulichste quantitative Darstellung für den Schweizer Markt. Anlegerinnen mit Multi-Asset-Portfolios erzielten eine um 1,1 Prozentpunkte höhere jährliche Durchschnittsrendite als Anlegerinnen, die nur in eine Anlageklasse investierten, und schlossen das Jahr mit einer um 12 Prozentpunkte höheren Wahrscheinlichkeit positiv ab. Das bedeutet nicht, dass Frauen ein höheres Risiko eingehen müssen – es zeigt vielmehr, dass Klumpenrisiken, oft durch einen einzelnen Fonds oder eine einzelne Immobilie, die Hauptursache für schlechtere Ergebnisse sind.

Frauen, die ein über Aktien, Anleihen und Sachwerte diversifiziertes Portfolio halten, gehen kein höheres Risiko ein als diejenigen, die Bargeld oder einen einzelnen Fonds halten. Sie gehen ein anderes Risiko ein, das auf unkorrelierte Quellen verteilt ist, was historisch gesehen zu stabileren langfristigen Ergebnissen führt.

Die Erfahrungen von Marmot Finance mit über 350 Frauen in der Schweiz bestätigen dies. Kundinnen, die eine maßgeschneiderte Portfoliostrategie nutzen, die ihre Vorsorgegelder, freiwilligen Ersparnisse und etwaiges geerbtes Vermögen unter Berücksichtigung ihres Risikoprofils einbezieht, erhalten in der Regel bereits im ersten Jahr einen klareren Überblick über ihre finanzielle Situation. Der Prozess der Kontenkonsolidierung und die Abstimmung der Ziele auf spezifische Vermögensallokationen ist an sich wertvoll, unabhängig von den Marktrenditen.

Marmot erfasst die Ergebnisse der Kundinnen durch strukturierte jährliche Überprüfungen, wobei alle Daten vor der Berichterstattung anonymisiert und aggregiert werden. Es werden keine individuellen Kundendaten an Dritte weitergegeben.

AnlegertypWahrscheinlichkeit einer positiven JahresrenditeDurchschnittliche Renditedifferenz
Multi-Asset-Anlegerinnen12 Prozentpunkte höher+1,1 Prozentpunkte
Anlegerinnen mit EinzelanlagenBasislinieBasislinie

Profi-Tipp: Wenn Sie derzeit in einen einzelnen Fonds oder eine einzelne Anlageklasse investieren, ist der praktischste erste Schritt nicht der Wechsel, sondern die Ergänzung. Die Einführung einer komplementären Anlageklasse, wie etwa eines globalen Anleihenfonds neben einem Aktienfonds, reduziert das Klumpenrisiko, ohne dass eine vollständige Umstrukturierung des Portfolios erforderlich ist. Nutzen Sie einen Finanzplanungsrechner , um zu modellieren, wie sich verschiedene Allokationen auf Ihre prognostizierten Ergebnisse über einen Zeithorizont von zehn Jahren auswirken.

Ein praktischer Leitfaden: Die nächsten Schritte

Egal, ob Sie als Frau mit dem Investieren beginnen oder als Beraterin oder Berater Ihre weiblichen Kunden besser betreuen möchten – die folgenden Schritte basieren auf den oben genannten Erkenntnissen.

Für Frauen in der Schweiz:

  1. Beginnen Sie mit Ihrer Vorsorge. Loggen Sie sich in Ihr BVG-Konto ein und fordern Sie eine Vorsorgeprognose an. Falls Sie durch berufliche Auszeiten Lücken haben, fragen Sie Ihre Pensionskasse, ob Sie freiwillige Einkäufe tätigen können.
  2. Eröffnen oder maximieren Sie ein Säule-3a-Konto. Der jährliche Maximalbetrag wird vom Bundesamt für Sozialversicherungen festgelegt und ändert sich periodisch; prüfen Sie den aktuellen Wert vor Ende des Steuerjahres.
  3. Verschaffen Sie sich einen Überblick über alle Ihre Konten. Listen Sie jedes Sparkonto, Anlagekonto und Vorsorgekonto auf, das Sie besitzen. Viele Frauen stellen fest, dass sie über mehr Vermögen verfügen als gedacht, sobald sie sich einen Gesamtüberblick verschaffen.
  4. Überprüfen Sie Ihre Vermögensallokation. Wenn Ihr gesamtes Kapital in bar oder in einem einzigen Fonds liegt, besteht ein Klumpenrisiko. Bitten Sie Ihren Berater oder nutzen Sie ein Online-Tool, um eine einfache Allokation aus zwei oder drei Anlageklassen zu modellieren.
  5. Fragen Sie nach den Gebühren. Verlangen Sie eine klare Aufschlüsselung aller Kosten, einschließlich Fondsverwaltungsgebühren, Plattformgebühren und Beraterhonoraren. In der Schweiz sind diese zwar reguliert, werden aber nicht immer proaktiv offengelegt.
  6. Ziehen Sie ESG-Optionen in Betracht. Die meisten Schweizer Pensionskassen und Banken bieten mittlerweile nachhaltige Anlagemöglichkeiten für Säule-3a-Lösungen und Vermögensverwaltungsmandate an. Fragen Sie gezielt nach, ob Ihre aktuelle Allokation diese beinhaltet.
  7. Überprüfen Sie Ihre Nachlassplanung. Wenn Sie kein Testament haben oder dieses seit einem wichtigen Lebensereignis nicht mehr aktualisiert haben, ist dies die wichtigste nicht-anlagerelevante Aufgabe auf dieser Liste.

Fragen an Ihren Berater – und die Antworten, die Sie erwarten sollten:

  • „Wie sieht meine aktuelle Vermögensallokation über alle Konten hinweg aus, inklusive Vorsorge?“ Ein guter Berater kann diese Frage sofort oder innerhalb eines Gesprächs beantworten.
  • „Wie steht es um mein Säule-2-Guthaben im Vergleich zu meinem Bedarf im Ruhestand?“ Die Antwort sollte eine konkrete Prognose enthalten und nicht nur eine allgemeine Einschätzung.
  • „Wie hoch sind die Gesamtkosten, die ich zahle?“ Die Antwort sollte als Prozentsatz des verwalteten Vermögens angegeben werden, aufgeschlüsselt nach den einzelnen Kostenkomponenten.
  • „Haben Sie Erfahrung in der Beratung von Frauen bei Erbschaften oder Scheidungen?“ Erfahrung in der Planung bei einschneidenden Lebensereignissen ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.

Für Berater, die weibliche Kunden betreuen:

  • Stellen Sie bei jedem Erstgespräch die Ziele und Lebensereignisse in den Vordergrund, nicht den Portfolioaufbau.
  • Stellen Sie nach den Gesprächen schriftliche Zusammenfassungen in verständlicher Sprache bereit, ohne Fachabkürzungen.
  • Sprechen Sie bei jeder Kundin, die eine berufliche Auszeit genommen hat, proaktiv die Säule 3a und die BVG-Lückenanalyse an.
  • Bauen Sie ein Empfehlungsnetzwerk auf, das Familienanwälte und Steuerberater umfasst, da bei Lebensereignissen, die Vermögensumschichtungen auslösen, selten nur ein Experte involviert ist.
  • Bieten Sie Bildungsinhalte als ersten Kontaktpunkt für Frauen an, die noch nicht bereit für Investitionen sind. Die Ressourcen zu Frauen und Finanzen bei Marmot Finance zeigen, wie dies in der Praxis aussieht.

Wichtige Erkenntnisse

Das Vermögen von Frauen wächst schneller als das weltweite Gesamtvermögen. Die Beratungslücke in der Schweiz stellt sowohl ein erhebliches Risiko für Frauen als auch eine bedeutende Chance für Berater dar, die frühzeitig und durchdacht auf diese Zielgruppe zugehen.

PunktDetails
Das Vermögen von Frauen wächst schnellDas weltweit von Frauen kontrollierte Vermögen stieg zwischen 2018 und 2023 um 51 % und übertraf damit das gesamte globale Vermögenswachstum von 43 %.
Die Beratungslücke ist großSchätzungsweise 53 % der von Frauen kontrollierten Vermögenswerte werden nicht verwaltet; das Schließen dieser Lücke stellt bis 2030 eine Chance von rund 10 Billionen US-Dollar dar.
Diversifizierung verbessert ErgebnisseAnlegerinnen mit diversifizierten Portfolios erzielten deutlich häufiger eine positive Jahresrendite als Anlegerinnen, die nur in eine Anlageklasse investierten.
Sicherheit hat für Schweizer Frauen PrioritätFür 57 % der befragten Schweizer Frauen war Sicherheit das wichtigste Anlagekriterium; Berater, die den Fokus auf den Kapitalerhalt legen, bauen eine stärkere Kundenbindung auf.
Marmot Finance bedient diesen BedarfAls FINMA-lizenzierter Schweizer Vermögensverwalter mit Fokus auf Frauen und Familien bietet Marmot Finance maßgeschneiderte Portfoliostrategien und Vorsorgeplanung für Schweizer und europäische Kunden.

Warum die gängigen Vorurteile über Anlegerinnen immer noch falsch sind

Das Standardnarrativ über Anlegerinnen landet meist bei einem von zwei Extremen: Entweder werden Frauen als homogene Gruppe betrachtet, die durch Risikoaversion definiert ist, oder das gesamte Thema wird als rein gesellschaftliches Anliegen ohne nennenswerte kommerzielle Substanz dargestellt. Beide Sichtweisen gehen am Kern der Sache vorbei und führen zu einer mangelhaften Beratungspraxis.

Die Darstellung als risikoavers ist dabei die schädlichere, da sie den Wunsch nach Sicherheit mit einer generellen Investitionsunwilligkeit gleichsetzt – dabei sind das zwei völlig verschiedene Dinge. Eine Frau, die ihr Kapital schützen möchte, verlangt nicht nach einem Sparkonto, sondern nach einem Portfolio, das auf ein aktives Risikomanagement ausgerichtet ist. Dies ist ein legitimes und anspruchsvolles Anlageziel, das sich hervorragend mit Multi-Asset-Strategien, kapitalgeschützten Strukturen und ertragsorientierten Allokationen umsetzen lässt. Berater, die auf den Satz „Ich möchte kein Geld verlieren“ mit einer reinen Cash-Empfehlung reagieren, werden ihren Kunden nicht gerecht.

Die Sichtweise als „soziales Projekt“ führt hingegen eher zu Marketingkampagnen als zu echten Produktinnovationen. Unternehmen, die eine „Women’s Wealth“-Initiative starten, ohne ihre Onboarding-Prozesse, ihre Gebührentransparenz oder ihre Kommunikationsweise anzupassen, werden keine weiblichen Kunden binden. Frauen, die heute signifikante Vermögen aufbauen oder erben, sind bestens informiert – und sie werden ihr Kapital zu Beratern verlagern, die sie als solche behandeln.

Die Daten zeigen tatsächlich, dass Anlegerinnen bei entsprechender Betreuung exzellente langfristige Kunden sind. Sie handeln weniger, halten ihre Anlagen länger und empfehlen ihre Berater häufiger weiter. Der Vermögenslebenszyklus von Frauen vom ersten Gehalt bis zur Pensionierung ist eine jahrzehntelange Beziehung. Berater, die in den entscheidenden Momenten – bei beruflichen Veränderungen, Erbschaften oder Meilensteinen in der Vorsorgeplanung – präsent sind, bauen Kundenbeziehungen auf, die nur schwer zu kopieren sind.

Die Chance in der Schweiz ist real und wird auch in Zukunft bestehen bleiben. Die Frage ist nur, ob Berater und Vermögensverwalter die nötigen Kompetenzen aufbauen, um diesen Markt richtig zu bedienen, oder ob sie ihn weiterhin als zweitrangig behandeln, während das Vermögen abwandert.

Marmot Finance: Vermögensverwaltung für Frauen in der Schweiz

Die meisten Vermögensverwaltungsdienste wurden nicht mit Blick auf die Bedürfnisse von Frauen entwickelt. Marmot Finance schon. Als einziger FINMA-lizenzierter Schweizer Vermögensverwalter, der sich speziell an Frauen und Familien richtet, kombiniert Marmot Finance persönliche Beratung mit digitalen Tools. So entstehen Portfolios, die die Ziele, die Vorsorgesituation und die Werte jeder Kundin widerspiegeln – sei es bei der Integration der Säule 3a, der Nachlassplanung oder dem Aufbau einer diversifizierten Anlagestrategie von Grund auf.

Mehr als 350 Frauen haben bereits mit Marmot Finance zusammengearbeitet, um ihre finanzielle Situation zu klären und einen Plan zu entwickeln, der auch bei großen Lebensveränderungen Bestand hat. Der Service umfasst Konten in CHF, EUR und USD und steht in der Schweiz ansässigen Personen sowie europäischen Kunden mit grenzüberschreitendem Planungsbedarf zur Verfügung.

Der erste Schritt ist ein Gespräch. Durch professionelle Vermögensverwaltung bei Marmot Finance können Sie ein erstes Treffen vereinbaren, um Ihre aktuelle Situation, Ihre Ziele und die Möglichkeiten einer maßgeschneiderten Strategie für Ihre Bedürfnisse zu besprechen. Das Gespräch ist unverbindlich und dient dazu, Ihnen Klarheit zu verschaffen, nicht dazu, Ihnen ein Produkt zu verkaufen.

Wichtige Quellen und weiterführende Literatur

Die folgenden Studien und Berichte wurden bei der Erstellung dieses Artikels verwendet. Schweizer und europäische Quellen wurden bevorzugt; alle Links führen zu Primärquellen oder maßgeblichen Sekundärquellen.

  • McKinsey & Company — „The new face of wealth: The rise of the female investor“: Die wichtigste globale Quelle für grundlegende Statistiken zu von Frauen verwaltetem Vermögen, der Beratungslücke und der 10-Billionen-Dollar-Chance. Zum Bericht.
  • UBS / GFS Bern — „Women’s Perspectives 2026“: Die detaillierteste schweizspezifische Umfrage zu den Einstellungen, Motivationen und Hindernissen von Frauen bei der Geldanlage. Behandelt Sicherheitspräferenzen, Profile von Nicht-Anlegerinnen und das Verhalten bei der Suche nach Beratung. Zum Bericht.
  • Saxo Bank Schweiz — „Women investors are growing fast and the next opportunity is diversification“: Daten der Schweizer Plattform zum Wachstum weiblicher Kunden, Performance-Unterschieden bei verschiedenen Anlageklassen und dem Zinseszinseffekt durch Diversifizierung. Zum Artikel.
  • SWI swissinfo.ch — „Women-led start-ups attract just 7% of Swiss venture capital funding“: Daten zur Verteilung von Schweizer Risikokapital, die aufzeigen, wo weiterhin geschlechtsspezifische Lücken beim Zugang zu Kapital bestehen. Zum Artikel.
  • Startupticker.ch — „Business Angel Groups advocate for diversity“: Umfrageergebnisse zu den Hindernissen für angehende Business Angels in der Schweiz, einschließlich Qualifikationslücken und Zugang zu Netzwerken. Zum Artikel.
  • World Economic Forum — „Women shape, influence and revolutionise financial markets“: Ein breiterer internationaler Kontext zum strukturellen Wandel des finanziellen Einflusses und der Marktteilnahme von Frauen. Artikel lesen.
  • Impact Wealth – „Die Vermögensübertragung von 68 Billionen Dollar bietet Frauen einen Weg zu finanzieller Selbstbestimmung“: Hintergrund zur intergenerationalen Vermögensübertragung und deren Auswirkungen auf den Vermögensbesitz von Frauen. Artikel lesen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Finanz- oder Rechtsberatung dar. Steuerregeln, Vorsorgegrenzwerte und Erbschaftsbestimmungen ändern sich; bitte klären Sie die für Ihre Situation relevanten Details mit einer qualifizierten Fachperson oder der zuständigen Schweizer Behörde ab.

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Dieser Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Entscheidungen bezüglich Ihres Portfolios sollten auf Ihren persönlichen Umständen, Ihrer Risikobereitschaft, Ihren Liquiditätsbedürfnissen und professioneller Beratung basieren.

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